Fischfang gehörte seit jeher zum Leben an Leda und Ems. Doch erst der große Hafenneubau von 1899 bis 1903 schuf die Voraussetzungen für eine leistungsfähige Heringsfischerei in Leer. Mit der Gründung der Heringsfischereigesellschaft im Jahr 1905 begann eine neue Epoche für die Stadt. Schon im ersten Jahr liefen die ersten Dampflogger in die Nordsee aus. Die Fangmengen wuchsen stetig, die Flotte wurde erweitert. 1937 erreichte die Leeraner Heringsfischerei mit 32 Loggern ihren Höhepunkt. In der Hochphase arbeiteten nahezu 1.000 Menschen direkt oder indirekt für das „Silber des Meeres“: Matrosen und Kapitäne, Netzstrickerinnen und Packereiarbeiterinnen, Schmiede, Böttcher, Kontoristen und viele andere. Rund um den Hafen entstand eine eigene Arbeitswelt. Auf dem „Netzland“ wurden Netze ausgebessert, Fässer aus Fichtenholz gefertigt, Heringe sortiert, gesalzen und in viele Regionen verschickt. Der Hafen war Arbeitsplatz, Treffpunkt und Zukunftsversprechen zugleich.
Die Ausstellung zeigt jedoch auch den Wandel. In den späten 1950er Jahren geriet die Branche durch Absatzkrisen, Preisverfall und ausbleibende Heringsschwärme unter Druck. Trotz technischer Neuerungen und neuer Fanggebiete ließ sich der Niedergang nicht aufhalten. Dokumente, Fotografien und persönliche Geschichten erzählen von dieser Epoche zwischen Aufbruch, Blüte Aufbruch, Blüte und Abschied.
Die Ausstellung wird gefördert durch die Aloys Wobben Stiftung und die Ostfriesische Landschaft.