Bunt, rhythmisch, lecker – international
In der VHS feierte Emden das 37. Internationale Fest: Mit Musik, Essen und vielem mehr
Ein buntes Fest in Emden! Das VHS-Forum war schnell voll, nicht alle Besucherinnen und Besucher fanden hier Platz. Insgesamt kamen sicherlich um die 600 im Laufe des Abends, schätzt Hajo Wildeboer vom Organisationsteam der VHS. Manche wandten sich daher schon jetzt dem vielfältigen internationalen Angebot an Speisen zu. Außen vor dem Forum gab es Getränke, im Unterrichtsraum im Erdgeschoss boten internationale Gruppen Speisen an: Aus Afrika und aus Syrien, aus Brasilien, der Ukraine und der Türkei.
Kurz nach 19 Uhr begrüßte das Publikum den frisch im Amt bestätigten Emder Oberbürgermeister Tim Kruithoff mit großem Applaus. In einer kurzen, engagierten Rede eröffnete er das 37. Internationale Fest. „Egal, ob hier geboren, seit 30 Jahren oder seit einigen Monaten in Emden, oder gerade erst hier angekommen: Wir alle sind Emderinnen und Emder!“ Applaus! Die Seehafenstadt Emden sei immer schon weltoffen gewesen. „Heimat ist da, wo die Kinder aufwachsen, wo Freunde und Nachbarn sind…“. Und damit begann ein buntes, vielfältiges Programm mit etwa 100 Aktiven auf den Bühnen im Foyer, im Forum und im Außenbereich der VHS.
Eröffnet das Internationale Fest: Oberbürgermeister Tim Kruithoff
14 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus VHS-Deutschkursen führten zu Beginn ein Theaterstück auf. Thema: Die Zeit und das Warten – und was man während des Wartens tun kann. Besonders beeindruckend: Ein syrischer Journalist und Dichter trug sein Gedicht „… die stille Liebe – und ich“ vor. Starken Applaus gab es, als die Moderatorin Joana Nilca (VHS-Fachbereichsleiterin Integration) erklärte: „Das sind überwiegend Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus einem Alphabetisierungskurs, die mussten erst mal unser lateinisches Alphabet lernen.“ Zum Ende stellten sich alle auf der Bühne kurz vor und nannten ihren Namen und ihr Land: Syrien, Afghanistan, Sudan, Ukraine, ... Und bei jeder einzelnen Vorstellung gab es anerkennenden Applaus.
Trägt sein Gedicht vor: Ein syrischer Journalist und Dichter
Die panafrikanische Tanz- und Trommelgruppe Ensemble Artistique Grand Z brachte mitreißende Rhythmen und energiegeladenen Tanz auf die Bühne. Schließlich kam der ganze Saal zum Rocken; auch der OB tanzte freudig mit.
Schneller Tanz zu flotten Rhythmen: Das Ensemble Artisique Grand Z
Im Foyer boten Bianka Ledermann und Ulrich Schaake derweil ein Workshop „Salsa Cubana“ an. Viele ließen es sich nicht nehmen, die ersten Schritte zu erlernen. Auf der Bühne im Forum stellte sich inzwischen der Chor Freundschaft auf. Der von russischen Migranten begründete Chor besteht seit rund 30 Jahren in Emden.
Der Chor Freundschaft
Im Außenbereich war es inzwischen dunkel geworden. Hier zeigte die Hula-Hoop-Künstlerin Shia Philipson eine akrobatische Vorführung mit leuchtenden Reifen. Und anschließend hatte das Duo Boharada & Saul seinen Auftritt. Vera Boharada aus der Ukraine spielt die Domra, ein ukrainisches Folklore-Instrument. Sie wird begleitet durch die Konzertgitarre von Ulfert Saul aus Emden. Beide boten ein breites Spektrum von klassischer Musik bis zu Weltmusik und Folklore.
Das Duo Boharada & Saul
Im Foyer brachte die Oldenburger Gruppe Revolution R inzwischen den Saal in Schwung. Revolution R ist ursprünglich aus einem Musiktheater-Projekt mit Flüchtlingen hervorgegangen. Interessant: Da spielen auch Mitglieder vom Ensemble Artistique Grand Z mit.
Auf der Bühne hatte die Gewerkschaftsjugend inzwischen alles für eine Quizrunde vorbereitet. Die drei Kandidaten: Rico Mecklenburg, Präsident der Ostfriesischen Landschaft, Tim Kruithoff, Emdens Oberbürgermeister, und Hajo Wildeboer, Fachbereichsleiter Politik, Gesellschaft & Umwelt der VHS und Mitorganisator des Internationalen Fests. Fragen zum Sozialstaat, zur Geschichte der Gewerkschaft und zu Emden und Ostfriesland stellten zwei junge Leute von VW, Finja Brandt und Christopher Gold. Beispiel: „Mit welchem Slogan kämpften die Gewerkschaften um ein freies Wochenende?“ Antwort: „Samstags gehört Vati mir!“ Das war in den 50er Jahren. Der Sieger im Quiz nach Punkten: Tim Kruithoff.
Christopher Gold gratuliert den drei Kandidaten: Tim Kruithoff, Hajo Wildeboer und Rico Mecklenburg
Mit der Musikgruppe Ematha auf der Bühne im Forum war das Programm noch nicht am Ende. Engelbert Sommer, früher Leiter der Malschule der Emder Kunsthalle, gründete Ematha vor gut 10 Jahren, zusammen mit den syrischen Flüchtlingen Muaffak al Shamaly aus Hama und Mezkin Kanjo aus Aleppo. Bis nach Mitternacht sorgte DJ Martínez für Stimmung.
Wolfgang Mauersberger
(Presse-)Fotografie für Landschaft, Kultur und Events
In diesem Beitrag erwähnt
Duo Boharada & Saul
Renaissance bis Ragtime - Domra trifft Gitarre