Der Region eine Stimme geben

Rico Mecklenburg erhielt das Niedersächsische Verdienstkreuz für seine Arbeit als Politiker, Pädagoge und Präsident der Ostfriesischen Landschaft

Oberbürgermeister Tim Kruithoff steckt Rico Mecklenburg das Verdienstkreuz ans Revers
Lizensiert gemäß Alle Rechte vorbehalten von Wolfgang Mauersberger

Emden. Er sei in seiner Funktion als Präsident der Ostfriesischen Landschaft der „oberste Ostfriese“, sagte der Emder Oberbürgermeister Tim Kruithoff über Rico Mecklenburg. Anlässlich einer Feierstunde im Rummel des Rathauses am Delft hatte er dem ehemaligen Lehrer und Schulleiter, dem einstigen Kommunalpolitiker und dem jetzigen Inhaber eines vielfach fordernden Ehrenamtes das Verdienstkreuz am Bande des Niedersächsischen Verdienstordens überreicht. In seiner Laudatio betonte der OB, dass die Auszeichnung nicht nur dem Menschen Mecklenburg gelte, sondern einer Haltung, die der Region eine Stimme gäbe – und das „trotz seiner Geburt im Ausland“, wie Kruithoff schmunzelnd hinzufügte. Der Geehrte war 1949 in Oldenburg geboren worden.

Eben dieser Geburtsort, aber auch sein Wohnort Emden und die Tatsache, dass er zu dem Zeitpunkt kein Plattdeutsch gesprochen habe, waren der Grund für ein Zögern, als sich 2014 die Frage stellte, ob Mecklenburg das Amt des Landschaftspräsidenten – als Nachfolger von Helmut Collmann – ausfüllen könne. Dabei sei er nur „zufällig“ in Oldenburg zur Welt gekommen, erklärte Mecklenburg in der Rückschau. Sein Vater stamme aus Dresden, seine Mutter aus Kollberg. Mittlerweile lebe er seit 50 Jahren in Emden. Und er setze darauf, dass die Leute bezüglich seines Geburtsortes „irgendwann ein Auge zudrücken.“ Letztlich sei es die damalige Vorsitzende der SPD-Fraktion im Niedersächsischen Landtag, Johanne Modder, gewesen, die eine Entscheidung herbeiführte. Wolle er das Amt des Landschaftspräsidenten oder nicht? Er wollte. Zwar habe er anfangs großen Respekt davor gehabt, sich aber inzwischen daran gewöhnt, sagte Mecklenburg in seiner Erwiderung auf die Auszeichnung, die ihn sichtlich bewegte.

Auf eben diese Episode der Wahl eines neuen Landschaftspräsidenten hob auch Staatssekretär Johann Saathoff (SPD) ab. Nach einigen „Tegenstöten“ habe es aber doch eine große Zahl an Befürwortern gegeben. „Nu neet nalaten“ gab er dem Geehrten mit auf den Weg. Die Verleihung des Niedersächsischen Verdienstkreuzes hatte Saathoff selber auf den Weg gebracht. Denn Mecklenburg sei mit seinem ungebrochenen Fleiß, der Ernsthaftigkeit, mit der er alle seine Ämter wahrnähme, und seinem Humor, der auch nicht davor zurückschrecke, sich selber auf den Arm zu nehmen, nicht nur für Ostfriesland, sondern auch für Niedersachsen bedeutsam. 

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Gratulation von der Ostfriesischen Landschaft: Landschaftsdirektor Dr.  Matthias Stenger und der stellvertretende Landschaftspräsident Hilko Gerdes, sitzend: Staatssekretär Johann Saathoff.

Gratulation von der Ostfriesischen Landschaft: Landschaftsdirektor Dr. Matthias Stenger und der stellvertretende Landschaftspräsident Hilko Gerdes, sitzend: Staatssekretär Johann Saathoff.

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