Drei Leeraner Porträts werden restauriert
Heimatmuseum beauftragt Werkstatt in Rastede mit der Restaurierung
Leer. Das Heimatmuseum in Leer kann drei Gemälde restaurieren lassen, die ein Stück Leeraner Stadt- und Familiengeschichte erzählen. Es handelt sich dabei um die Porträts des Oncko von Rehden (1709 bis 1776), seiner Tochter Gesina de Swinderen, geb. von Rehden (1742 bis 1815) und seines Schwiegersohns Abraham Quevellerius van Swinderen (1736 bis 1808). Möglich wird die Überarbeitung durch die finanzielle Unterstützung der Hans-Heyo Prahm Stiftung. Das teilt Museumsleiter Oliver Freise mit.
Günter Podlich (Vorsitzender) und Dr. Manfred Pühl (stellv. Vorsitzender) des Heimatvereins als Träger des Museums, Bernd Böke (Stiftungsvorstand der Hans-Heyo Prahm Stiftung) und Restauratorin Ludmila Hensler mit dem Bildnis des Oncko von Rehden.
Günter Podlich, Vorsitzender des Heimatvereins Leer, hob hervor, dass die Porträts Einblick in die Lebenswelt bedeutender Leeraner Familien geben können. „Dass wir sie nun restaurieren und langfristig für unser Museum sichern können, ist ein großer Gewinn für das kulturelle Erbe unserer Stadt. „Als Stiftung ist es uns ein wichtiges Anliegen, Projekte zu unterstützen, die regionale Geschichte und kulturelles Erbe dauerhaft erhalten“, betonte der Vorstand der Prahm-Stiftung, Bernd Böke. Mit der Restaurierung in der Werkstatt in Rastede würden drei wertvolle Kunstwerke gesichert, die „auf besondere Weise Kunst-, Familien- und Stadtgeschichte miteinander verbinden“.
Bei den drei Gemälden geht es nicht nur darum, ihr äußeres Erscheinungsbild zu verbessern, erklärte Restauratorin Ludmila Hensler. „Ziel einer Restaurierung ist es, die vorhandene Substanz behutsam zu sichern und die Werke in ihrem historischen Zusammenhang zu bewahren. Jedes Bild bringt dabei seine eigenen Herausforderungen mit sich. Die Expertin schätzt, dass die Restaurierung sechs Wochen pro Bild in Anspruch nehmen wird.
Die Familie von Rehden spielte über rund 200 Jahre eine bedeutende Rolle in der Selbstverwaltung des Fleckens Leer und als Vertreter des südlichen Ostfrieslands in der Ostfriesischen Landschaft, heißt es in der Pressemitteilung des Heimatvereins. Um 1700 ließ sich die ursprünglich aus dem Münsterland stammende Familie in Leer nieder. Oncko von Rehden bestritt seinen Lebensunterhalt zu einem großen Teil aus den Erträgen seiner umfangreichen Besitzungen, darunter das Gut Bollinghausen. Ihr Stadthaus in der Wörde, das Oncko von Rehden 1745 im Stil des holländischen Klassizismus um- und ausbauen ließ, ist heute Teil des Amtsgerichts Leer.
Auch die enge Verbindung der Familie zur evangelisch-reformierten Gemeinde macht Oncko von Rehden zu einer für die Geschichte Leers bedeutenden Persönlichkeit. Die Familie besaß einen eigenen Kirchenstuhl in der Großen Kirche; Oncko von Rehden und sein Sohn Rudolf Jakob unterstützten die Gemeinde zudem durch Stiftungen, darunter zwei bis heute erhaltene Messingkronen.
Die beiden 1766 entstandenen Porträts von Abraham Quevellerius van Swinderen und Gesina de Swinderen stammen von Fridericus Carolus de Hosson (1718 bis 1799). Abraham Quevellerius entstammte einer wohlhabenden Groninger Familie. Sein Vater war der Groninger Bürgermeister Wicher van Swinderen, seine Mutter Anna Maria Trip stammte aus einer angesehenen Amsterdamer Händlerfamilie. Abraham studierte Rechtswissenschaften in Groningen und wurde später Präsident des Gerichtsrats am regionalen Berufungsgericht. 1763 heiratete er in Leer Gesina von Rehden.