Düster und abgründig

Shakespeares Drama „Macbeth“ ist in diesem Jahr Stoff des Englisch-Abiturs. Die Landesbühne zeigt das blutrünstige Stück am 1. Oktober in Emden

Gehen über Leichen: Macbeth und seine Frau
Lizensiert gemäß Alle Rechte vorbehalten von Volker Beinhorn

Gehen über Leichen: Macbeth und seine Frau

Emden. Schauspieler sprechen den Titel „Macbeth“ im Theater nicht aus, zumal das Stück laut einem alten Aberglauben als verflucht gilt. Zudem soll es echte Hexen-Beschwörungen enthalten, schreibt die Pressestelle von Kulturevents Emden in einer Pressemitteilung. Das Stück steht am 1. Oktober ab 19.30 Uhr auf dem Programm im Festspielhaus am Wall.

Das Shakespeare-Drama entstand um 1606 und gilt als eines der düstersten und abgründigsten Stücke der Theatergeschichte. Dennoch gehört es zu den am häufigsten gespielten Dramen des Engländers. Kein Wunder, lässt es sich doch auf aktuelle, gesellschaftliche Verhältnisse und Fragestellungen beziehen.

Bild
Blutrünstig geht es auf der Bühne zu – im Drama von 1606

Blutrünstig geht es auf der Bühne zu – im Drama von 1606

Lizensiert gemäß Alle Rechte vorbehalten von Volker Beinhorn

Schottland im 11. Jahrhundert: Das Land befindet sich im Krieg. Als der Feldherr Macbeth mit seinem Gefährten Banquo vom Schlachtfeld zurückkehrt, begegnen ihnen drei Hexen, die Macbeth eine schicksalhafte Prophezeiung machen: Er werde zunächst Than von Cawdor (schottischer Adelstitel) und schließlich König von Schottland sein. Nachdem die erste Prophezeiung eintrifft, lässt Macbeth der Gedanke an den Königsthron nicht mehr los.

Angetrieben von seiner ebenso herrschsüchtigen Frau beschließen sie, das Schicksal selbst in die Hand zu nehmen und schmieden gemeinsam einen brutalen Plan. Bei einem Besuch König Duncans ermordet Macbeth diesen im Schlaf. Sein Tod bringt Macbeth zwar die ersehnte Krone, allerdings wächst mit ihr auch die Angst, die gewonnene Macht wieder zu verlieren. 

So nimmt die Tyrannei ihren Lauf, und Macbeth lässt weitere Morde folgen. Niemand bleibt sicher - Freunde werden zu Feinden und Verbündete zur Bedrohung. Doch das eigene Gewissen vermögen Macbeth und seine Frau nicht zu töten und schon bald fordern die Gräueltaten ihren Tribut. Geplagt von Kontrollverlust und Wahnvorstellungen muss Macbeth erkennen, dass sich die Prophezeiung auf eine Weise erfüllen könnte, die er niemals erwartet hat. Denn seine Gegner formieren sich bereits zum Widerstand und machen sich zum finalen Kampf bereit ...

Shakespeare verband in „Macbeth“ nicht nur historische Bezüge zu den Chroniken von Schottland, sondern schuf mit der Figur einen tragischen Protagonisten, der sich im Laufe des Dramas vom angesehenen, loyalen Feldherrn zu einem skrupellosen und tyrannischen Herrscher entwickelt. Durch seinen ungezügelten Ehrgeiz und seine Machtbesessenheit verliert er alles, was ihn einst als gefeierten Helden auszeichnete. Auch die Beziehung zu Lady Macbeth spielt eine große Rolle. Beruht sie insbesondere auf ihrer emotionalen und manipulierenden Beeinflussung Macbeth‘s, der dadurch blind seinen eigenen Untergang herbeiführt. Diese ambivalente Dynamik auszuloten, hat sich Regisseur Nicola Bremer zusammen mit Ausstatterin Wiebke Heeren vorgenommen.

Inmitten einer mystischen Kulisse spiegelt der herrschaftliche Thron ein Spannungsfeld zwischen der übernatürlichen Welt, an die man seinerzeit glaubte, und der weltlichen Macht und erzeugt einen Sog aus Nervenkitzel und Psychothriller-Elementen, der das Publikum bis zum Schluss in Atem hält.

▶ Eintritt: zehn bis 17 Euro. Reservierung: auch an der Abendkasse

▶ Auch andere Spielorte haben das Stück in nächster Zeit im Programm.

Veröffentlichungsdatum

In diesem Beitrag erwähnt

Multifunktionaler Ort

Festspielhaus am Wall

Adresse
Theaterstraße 5, Emden

Aula der KGS Wittmund

Adresse
Brandenburger Straße 4, Wittmund
Theater

Theater Norden

Adresse
Osterstraße 50, Norden
Theater

Theater Am Dannhalm

Adresse
Schulstraße 5a, Jever
Theater

Stadttheater Wilhelmshaven

Adresse
Virchowstraße 44, Wilhelmshaven

Das Vorhaben „KultinO“ wird innerhalb des Programms Region gestalten des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen in Zusammenarbeit mit dem Bundesinstitut für Bau-, Stadt und Raumforschung gefördert.