Nesse. Das Paradies befindet sich rund 50 Meter von der zauberhaften Marienkirche entfernt. Hier haben die beiden Musiker Petr Nouzovský (Violoncello) und Kateřina Englichová (Harfe) ihr Quartier bezogen, um sich auf ein wahrhaft himmlisches Konzert vorzubereiten. Der Name des Landarbeiterhauses, das heute ein Feriendomizil ist, geht auf die Erbauer zurück, und die hießen tatsächlich mit Vornamen Adam und Eva. So berichten es die heutigen Eigentümer Kai Nilson und Franz Scheid.
Spielten auch tschechische Kompositionen: Kateřina Englichová und Petr Nouzovský
Solchermaßen amüsant informiert, ging in der ausverkauften Kirche, ebenfalls ein geradezu elysischer Ort, ein Konzert vonstatten, das vorwiegend Arrangements präsentierte, die sich im Zusammenklang von Harfe und Cello als Ohrenschmaus erwiesen. Die beiden Musiker hatten ein Programm zusammengestellt, das von Vivaldi bis Pärt, also vom 18. bis zum 20. Jahrhundert reichte. Dabei wurden – und das war wirklich schön – mit Kompositionen von Smetana und Dvorak tschechische Werke berücksichtigte, gespielt von zwei Tschechen.
War solistisch dem Wasser verbunden: Harfenistin Kateřina Englichová
So erklang zum Beispiel „Die Moldau“ auf der Harfe, wobei Kateřina Englichová wunderschön die Bewegung des Wassers umsetzte und die Besucher im Strom des Flusses mitschwimmen ließ. Sie war auch die Solistin der Konzert-Etüde „La Source“ (Die Quelle) des belgischen Harfen-Professors Alphonse Hasselmans, in der das Wasser glasklar und quicklebendig imitiert wurde.
Bach bis Piazzolla: Cellist Petr Nouzovský
Petr Nouzovský spielte als Solo die Suite Nr. 3 von Johann Sebastian Bach mit tiefem Ausdruck und großem Charisma. Gemeinsam interpretierten die beiden unter anderem „Fratres“ von Arvo Pärt, eine Komposition, die so spannungsvoll ist, dass sie bereits mehrfach als Filmmusik diente. Castelnuovo-Tedescos „Sonate für Violoncello und Harfe“ war tatsächlich das einzige Werk, dass eine Originalbesetzung erforderte. Aber die Arrangements waren so raffiniert gesetzt, dass das Konzert als Gesamtkunstwerk wirkte. Und das bis in die Zugabe hinein. Astor Piazzollas „Ave Maria“ bildete den tiefgründigen Abschluss eines geradezu „englischen“ Abends.
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