Emotionale Intensität

Das Davidoff Trio sorgte im 39. Konzert der „Gezeiten“ in der Kirche zu Ditzum für Aufsehen

Feines Gespür für Klangfarben: der Cellist des Trios, Christoph Lamprecht
Lizensiert gemäß Alle Rechte vorbehalten von Karlheinz Krämer

Feines Gespür für Klangfarben: der Cellist des Trios, Christoph Lamprecht

Ditzum. Mit einem Kammermusikabend auf höchstem Niveau hat das Davidoff Trio das Publikum der Gezeitenkonzerte in der restlos ausverkauften Ditzumer Kirche begeistert. Die jungen Musiker, die als Preisträger des Walbusch-Preises des International Chamber Music Campus der Jeunesses Musicales zu den diesjährigen „Gipfelstürmern“ gehören, überzeugten mit musikalischer Reife, technischer Brillanz und einer bemerkenswerten künstlerischen Geschlossenheit, die sich in einem ebenso anspruchsvollen wie mitreißenden Programm äußerte.

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Derzeit eines der vielversprechendsten jungen Klaviertrios Europas: das Davidoff Trio.

Derzeit eines der vielversprechendsten jungen Klaviertrios Europas: das Davidoff Trio.

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Schon die ersten Takte von Joseph Haydns berühmtem „Gypsy Trio“ ließen keinen Zweifel daran, weshalb das 2021 gegründete Ensemble derzeit zu den spannendsten Nachwuchsformationen der europäischen Kammermusik zählt. Johannes Wendel (Violine), Christoph Lamprecht (Violoncello) und Yona Sophia Jutzi (Klavier) musizierten mit einer Selbstverständlichkeit, die weit über perfektes Zusammenspiel hinausging. Präzise aufeinander abgestimmt, mit feinem Gespür für Klangfarben und Phrasierung sowie einer ansteckenden Spielfreude entwickelten sie einen transparenten, zugleich höchst lebendigen Gesamtklang. Besonders das temperamentvolle Finale entfaltete eine mitreißende Energie.

Einen eindrucksvollen Gegenpol setzte anschließend Tōru Takemitsus „Between Tides“. Mit großer klanglicher Sensibilität ließ das Trio die schillernden Klanglandschaften des japanischen Komponisten entstehen. Die nahezu schwerelos wirkenden musikalischen Verläufe, das feine Ausloten von Stille und Klang sowie die außergewöhnliche Homogenität des Ensembles machten diese selten zu hörende Komposition zu einem besonderen Höhepunkt des Abends.

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Die Besucher konnten sich in der Pause im Garten zwischen Kirche und altem Pfarrhaus ergehen

Die Besucher konnten sich in der Pause im Garten zwischen Kirche und altem Pfarrhaus ergehen

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Nach der Pause folgte mit Antonín Dvořáks Klaviertrio f-Moll op. 65 ein ebenso monumentales wie emotionales Meisterwerk der Kammermusikliteratur. Hier zeigte das Davidoff Trio eindrucksvoll seine außergewöhnliche künstlerische Reife. Mit großer Intensität gestalteten die drei Musiker die dramatischen Spannungsbögen des Werkes, ohne jemals dessen kammermusikalische Feinzeichnung aus dem Blick zu verlieren. Leidenschaftliche Ausbrüche, lyrische Ruhepunkte und virtuose Passagen verschmolzen zu einer Interpretation, die gleichermaßen von Ausdruckskraft wie analytischer Klarheit geprägt war. Beeindruckend war dabei vor allem die permanente Kommunikation innerhalb des Ensembles: Jeder musikalische Impuls wurde aufgenommen, weitergeführt und gemeinsam geformt, sodass sich ein ebenso dichter wie atmender Gesamtklang entwickelte.

Das Trio verabschiedete sich mit Fritz Kreislers augenzwinkerndem „Kleinen Wiener Marsch“. Nach der emotionalen Intensität des Dvořák-Trios sorgte die charmante Zugabe für einen heiteren Schlusspunkt – und setzte den passenden Schlusspunkt unter einen Konzertabend, der eindrucksvoll bestätigte, warum das Davidoff Trio derzeit als eines der vielversprechendsten jungen Klaviertrios Europas gehandelt wird.

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Gezeitenkonzerte 2026

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