„Es war ein enormer Kraftaufwand“
15 Museen sind mit einem Museumsgütesiegel ausgezeichnet worden, darunter sind zwei aus Ostfriesland
Syke. Das Deutsche Sielhafenmuseum in Carolinensiel und das Fehn- und Schifffahrtsmuseum Westrhauderfehn in Rhauderfehn haben das Museumsgütesiegel des Museumsverbandes für Niedersachsen und Bremen erhalten. Das geht aus einer Pressemitteilung des Verbandes hervor.
⏵ Das Fehn- und Schifffahrtsmuseum befindet sich seit ein paar Jahren in einer massiven Umbruchsphase, wie Museumsleiter Marcus Neumann mitteilt. Gegründet 1948, wird es erst seit 2018 von einem Wissenschaftler geführt, der die Professionalisierung des Hauses vorantreiben möchte. „Die Erlangung des Museumsgütesiegels als sichtbarer Ausdruck bzw. Nachweis dieser Arbeit hatte also schon recht früh hohe Priorität.“ Zugleich sah Neumann in der Qualifizierungsmaßnahme die Möglichkeit, seine eigenen Arbeitsweisen und Qualitätsansprüche kritisch hinterfragen zu lassen. Er verhehlt nicht, dass der Weg zur Zertifizierung anspruchsvoll war. Seminare und Beratungstermine, Konzeptentwicklung, Problem-Ansprache und Lösungssuche - all das musste in den Alltag integriert werden. „Es war ein enormer Kraftaufwand“, sagt Neumann, dem der Museumsvorstand in dieser Zeit den Rücken freihielt. Nun sähe man sich nun gut gerüstet für einen Umbau des Museums und die Neugestaltung der Dauerausstellung.
In einer ehemaligen Kaufmannsvilla aus wilhelminischer Zeit untergebracht: das Fehn- und Schifffahrtsmuseums Westrhauderfehn.
⏵ Das Deutsche Sielhafenmuseum ist nach 2007 und 2019 bereits zum dritten Mal mit dem Gütesiegel ausgezeichnet worden, erläutert Museumsleiterin Heike Ritter-Eden. Schon 2006/07 sei es ein wichtiges Instrument für die Profilierung der Sammlung und der Ausstellung gewesen. 2018/19 wurde das Verfahren parallel zur Aufstellung des „Masterplans zur besucherorientierten Neugestaltung“ durchlaufen. „Dadurch haben wir das Rüstzeug für überzeugende Förderanträge bei Stiftungen und der N-Bank erhalten.“ Der Masterplan wurde als langfristiges Museumskonzept bei der erneuten Bewerbung um das Museumsgütesiegel voll anerkannt. Das Gütesiegelverfahren sei verschlankt und individualisiert worden. Somit habe man in Carolinensiel 2025/26 stark von dem Zertifizierungs-Prozess profitieren können. „Wir sind stolz auf unser Museumsgütesiegel und beweisen damit qualitativ hochwertige Museumsarbeit auf der Höhe der Zeit.“
Ein Teil des aus drei Komplexen bestehenden Siefhafenmuseums in Carolinensiel: das Groot Hus, ein ehemaliger Speicher.
Das Museumsgütesiegel basiert auf den bundesweit anerkannten „Standards für Museen“ und zeichnet Einrichtungen aus, die ihre Qualität langfristig sichern und weiterentwickeln wollen. Die Auszeichnung gilt für sieben Jahre und unterstützt die Häuser dabei, ihre Angebote, Vermittlungsformate und organisatorischen Strukturen nachhaltig zu stärken. Seit Einführung der Zertifizierung 2006 konnte das Gütesiegel an über 200 Museen vergeben werden.
In diesem Beitrag erwähnt
Fehn- und Schiffahrtsmuseum Westrhauderfehn
Maritimes Herz der Moore