Graphothek erhält Schenkung von Wolfgang Zelmer
Künstler übergab Ostfriesischer Landschaft sieben Druckgrafiken
Das kam unverhofft: Von dem renommierten Künstler Wolfgang Zelmer erhielt die Graphothek der Ostfriesischen Landschaft eine Schenkung mit sieben exquisiten Druckgrafiken, die sich eindrucksvoll mit dem für Zelmer charakteristischen Thema des Stilllebens auseinandersetzen.
Zuvor befand sich lediglich eine Druckgrafik des Künstlers im Bestand der Graphothek. Dr. Petra Markmeyer-Pieles, ehrenamtliche Koordinatorin der Graphothek, hatte Zelmer kontaktiert. „Ich wollte eigentlich nur die Bildrechte einholen, um die vorhandene Grafik auch online auf unserem Internetportal darstellen zu können“, erläutert Markmeyer-Pieles. Im intensiven Gespräch mit dem Künstler erklärte sie ihm den Sinn und Zweck der Graphothek: Kunstwerke direkt zu den Menschen zu bringen und sie im öffentlichen Leihverkehr zugänglich zu machen. „Begeistert von diesem gemeinnützigen Konzept, entschied sich Wolfgang Zelmer spontan, die Sammlung mit sieben weiteren Werken zu beschenken“, freut sich Markmeyer-Pieles.
Vom unerwarteten Zuwachs der Graphothek zeigt sich auch Dr. Welf-Gerrit Otto, Leiter der Regionalen Kulturagentur, begeistert. „Durch diese großzügige Schenkung leistet Wolfgang Zelmer einen wertvollen Beitrag zum künstlerischen Portfolio der Ostfriesischen Graphothek.“ Geplant ist, dass die Graphothek den Verleih der Kunstwerke im Laufe des Jahres 2027 aufnimmt. Dann wird es wieder möglich sein, meisterhafte Originale der Gegenwartskunst in den eigenen vier Wänden zu erleben. Aktuell arbeitet das ehrenamtliche Team der Graphothek an einem Internetportal für die Ausleihe.
Über Wolfgang Zelmer
Wolfgang Zelmer, am 7. April 1948 in München geboren, blickt auf eine jahrzehntelange, internationale Karriere zurück. Seine akademische Ausbildung führte ihn von 1968 bis 1970 an die Hampstead-School of Arts nach London und in den darauffolgenden zwei Jahren an die renommierte Académie Julian nach Paris.
Die künstlerische Bedeutung Zelmers gründet sich vor allem auf seine Reinterpretation des Stilllebens. Seine ersten Grafiken entstanden bereits 1975 in der Münchener Werkstätte Josef Werner. Ausgehend von Alltagsgegenständen, Architekturformen und Anatomiestudien seines Frühwerks leitete er ab 1986 eine intensive Auseinandersetzung mit der klassischen Stilllebenmalerei ein. Inspiriert von japanischen, niederländischen und italienischen Vorbildern entwickelte er ab den 1990er Jahren eine völlig eigenständige, unverkennbare Bildsprache.
Seine als Mystische Stillleben bekannten Arbeiten zeichnen sich durch eine subtile Farbigkeit, durchdachte Kompositionen und eine immense atmosphärische Dichte aus. Klassische Symbolik verschmilzt bei Zelmer mit rätselhaften Elementen, die das sensible Verhältnis zwischen Mensch und Natur hinterfragen. Ein besonderes visuelles Charakteristikum ist dabei das kunstvolle Einweben von Konstruktionszeichnungen, alten Schriftstücken und Bildunterschriften.
Zelmers Arbeiten wurden vielfach ausgezeichnet, darunter mit dem Prix Internationale D’Art Contemporain in Monte Carlo oder dem Gold Award des Ueno Royal Museums in Tokio. Seine Werke werden seit 1978 weltweit – von Paris und New York über London bis Tokio und Buenos Aires – in Ausstellungen präsentiert.
In diesem Beitrag erwähnt
Regionale Kulturagentur der Ostfriesischen Landschaft
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