Historischer Fund im Treppenhaus

Bei Arbeiten zur Brandschutzertüchtigung des Gebäudes der Ostfriesischen Landschaft kam ein mehr als 125 Jahre alter Befund ans Licht

Das ursprüngliche Ornament aus dem Jahr 1901 soll wieder das Treppenhaus im Landschaftsgebäude zieren
Lizensiert gemäß Alle Rechte vorbehalten von Sebastian Schatz

Das ursprüngliche Ornament aus dem Jahr 1901 soll wieder das Treppenhaus im Landschaftsgebäude zieren

Aurich. Unter einer alten Glasfasertapete in einem der beiden Treppenhäuser der Ostfriesischen Landschaft ist ein besonderer Fund gemacht worden. Entdeckt wurden alte Farbfassungen, die in die Geschichte des Hauses verweisen, das zwischen 1898 und 1901 errichtet wurde. Diese Befunde sollen nun im ganzen Treppenhaus wieder sichtbar gemacht werden. Nach Auffindung der alten Malerei wurde Diplom-Restauratorin Tanja Pieper-Beenken beauftragt, sich die Sache etwas Genauer anzusehen. „Es ist tatsächlich nicht nur eine Farbschicht, es sind drei Fassungen, die direkt übereinander liegen, sich aber exakt voneinander abheben.“

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Tanja Pieper-Beenken vor dem freigelegten Teilstück des Ornamentes im Treppenhaus der Ostfriesischen Landschaft.

Tanja Pieper-Beenken vor dem freigelegten Teilstück des Ornamentes im Treppenhaus der Ostfriesischen Landschaft.

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Die erste und älteste Schicht ist die prächtigste. Sie zeigt ein schönes Ornamentband und darunter eine einheitliche Färbung, in die mit einer Kontrastfarbe Kassettierungen aufgemalt sind. Die zweite Gestaltung ist schlichter und gliedert die untere Hälfte des Aufgangs in farbigen Flächen, wobei ein hoher Anteil in einem dunklen Rosaton gestrichen wurde. Bei der dritten Schicht ändert sich die Grundfarbe. Sie schließt im oberen Bereich mit verschiedenfarbigen Bändern ab. Dass die vorkommenden Farben generell weniger Leuchtkraft aufweisen und dumpfer wirken, liegt an ihrer Herstellung aus Naturmaterialien.

Schon seit einiger Zeit werden im Landschaftshaus am Georgswall in Aurich Arbeiten durchgeführt, die der Aktualisierung der Brandschutzsicherung dienen. Die entsprechende Technik wurde unter Putz verlegt, daher musste in den Bestand der Wände eingegriffen werden. So entdeckte man die alten Befunde, „verborgen unter dicken Schichten von Putz und neutraler Farbe“, die Tanja Pieper-Beenken mit dem Skalpell vorsichtig ablöste, bis eine repräsentative Fläche des Originals offengelegt war.

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Drei Farbschichten übereinander: Links unten taucht das Ornamentband auf, darüber liegt ein Befund, der wesentlich durch eine dunkelrosa Fläche charakterisiert ist, darüber ein weiterer Befund, der im oberen Bereich in verschiedenfarbigen Linien endet

Drei Farbschichten übereinander: Links unten taucht das Ornamentband auf, darüber liegt ein Befund, der wesentlich durch eine dunkelrosa Fläche charakterisiert ist, darüber ein weiterer Befund, der im oberen Bereich in verschiedenfarbigen Linien endet

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Die alte Farbfassung soll nun ganzflächig das Treppenhaus wieder zieren. Allerdings will man nicht den Originalbefund freilegen, sondern auf den aktuellen Putz eine Kopie der Bemalung auftragen. Dazu hat der Hausmeister der Ostfriesischen Landschaft, Ralf Conrads, der gelernter Malermeister ist, eine Schablone abgenommen, die als Vorlage für die Neufassung dienen wird. Mittels einer Plastikfolie wurden die Konturen des Hauptornamentes mit einem Folienstift abgemalt und in Abständen durchlöchert. Durch Aufdrücken eines Puderbeutels lässt sich das Dekor auf die Wandfläche übertragen und vervollständigen.

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Unterschiedliche Farbfassungen finden sich auch auf der hölzernen Treppe

Unterschiedliche Farbfassungen finden sich auch auf der hölzernen Treppe

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Auch die hölzerne Treppe und das Metallgeländer sollen von ihrer derzeitigen Verkleidung befreit und in der Ursprungsfarbe neu bemalt werden. Entsprechende Befunde konnte Tanja Pieper-Beenken, die hauptberuflich in dem Projekt „Die Sammlungen des Museumsverbunds Ostfriesland – ins Licht gerückt“ mitarbeitet, ebenfalls freilegen.

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Das Vorhaben „KultinO“ wird innerhalb des Programms Region gestalten des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen in Zusammenarbeit mit dem Bundesinstitut für Bau-, Stadt und Raumforschung gefördert.