Hohe Anforderungen

Das siebte Konzert der „Gezeiten“ fand in der St. Martinskirche in Remels statt. Gestaltet wurde es von vier Bratschern

Gespräch vor der Kirche: Nils Mönkemeyer und Raoul-Philip Schmidt, Organisationsleiter des Festivals
Lizensiert gemäß Alle Rechte vorbehalten von Karlheinz Krämer

Gespräch vor der Kirche: Nils Mönkemeyer und Raoul-Philip Schmidt, Organisationsleiter des Festivals

Remels. Im sechsten Konzert des Festivals hatte Maximilian Hornung in der Zugabe den ersten Satz der 1. Suite für Violoncello von Johann Sebastian Bach gespielt. Einen Tag später interpretiert Nils Mönkemeyer die ganze Suite mit ihren sechs Sätzen auf der Bratsche. Das eine wie das andere ein Highlight. Mönkemeyer artikuliert glasklar und mit ganzer Seele vertrauend auf sein wunderbar klingendes Instrument. Es hat Eigenschaften, die er selber mit „rauchig“ oder „verhangen“ benennt. Der Bach ist sein Beitrag zum Konzert, in dem er Schüler seiner Berliner Bratscher-Klasse vorstellt. Ein kleines Lächeln am Schluss macht deutlich, dass er selber zufrieden ist und Spaß am Spiel hatte.

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Die Schüler und ihr Professor: Chang Ge, Carla Guillén-Garcia, Junkyung Kang, Nils Mönkemeyer

Die Schüler und ihr Professor: Chang Ge, Carla Guillén-Garcia, Junkyung Kang, Nils Mönkemeyer

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Zufrieden, sehr zufrieden war er auch mit der Leistung seiner drei Schüler, die der Viola-Professor, im letzten Jahr für seine pädagogische Arbeit mit dem Titel „Hochschullehrer des Jahres“ ausgezeichnet, für das Format „Bratschissimo“ der Gezeitenkonzerte mit nach Remels gebracht hatte. Chang Ge, Jungyung Kang und Carla Guillén-Garcia haben Gemeinsamkeiten: Können, Ehrgeiz und die Fähigkeit, auch schwierigste Partituren zu beherrschen und sie so umzusetzen, dass das Ergebnis zum Erlebnis wird.

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Ist 22 Jahre alt und kommt aus Peking: Chang Ge

Ist 22 Jahre alt und kommt aus Peking: Chang Ge

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Die Chinesin, der Südkoreaner und die Spanierin gestalteten mit Mönkemeyer einen Abend der Superlative von hohem Schwierigkeitsgrad, anspruchsvollem Programm und einem zeitlichen Rahmen zwischen Hildegard von Bingen (gestorben 1179) und York Bowen (gestorben 1961). Nicht immer sind es Originalpartituren, vielfach handelt es sich um Literatur für Violine, die für Bratsche arrangiert wurde. Das 19. Jahrhundert ist dabei vorzüglich vertreten – Reger, Bartók, Vieuxtemps. Und die sympathische Moderation Mönkemeyers macht nicht nur auf einnehmende Weise mit den jungen Musikern bekannt, sondern auch mit der schönen Musikliteratur.

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Mitglied der Villa Musica Rheinland Pfalz Akademy für Kammermusik: Carla Guillén-Garcia

Mitglied der Villa Musica Rheinland Pfalz Akademy für Kammermusik: Carla Guillén-Garcia

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Dass er nur seine besten Studenten mitgebracht hat, wird schnell deutlich. Es sind wirklich hohe Anforderungen, die scheinbar ganz mühelos umgesetzt werden. Mönkemeyer beschreibt das zum Beispiel für Regers Suite Nr. 2 D-Dur für Viola solo op. 131d: „Man hat das Gefühl, dass man die Finger in alle Richtungen verknoten muss, um das spielen zu können.“ Zu hören sind allerdings keine Knoten, sondern ein perfekt ausgewogenes makelloses Spiel. Die besagte Suite wird von Junkyung Kang gespielt, und der erlaubt sich ein kurzes Lächeln, als er das Lob seines Professors hört.

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Von Seoul nach Berlin: Bratscher Junkyung Kang

Von Seoul nach Berlin: Bratscher Junkyung Kang

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Auch der konzentrierte Gesichtsausdruck von Chang Ge verändert sich erst, als sie die vertrackte „Allia Fantasia“ von Nicola Matteis und Franz Anton Hoffmeisters nicht minder anspruchsvolle „Etüde Nr. 4“ glanzvoll bewältigt hat. Und dann wird es noch komplexer. Carla Guillén-Garcia spielt Henri Vieuxtemps „Capriccio“ und Max Regers „Suite Nr.1“, beide für Viola solo und bestätigt damit eine außergewöhnliche Begabung. Und weil man schon mal dabei ist, gibt es noch – übrigens mit allen drei Schülern – ein Spiel mit dem Professor. Dafür hat dieser Duos von Bela Bartók ausgewählt. Und weil Carla ein so großes Talent ist, sagt Mönkemeyer, hat er ihr die beiden schwierigsten zugewiesen: „Arabian Song“ und „Dance from Máramaros“.

Ganz zum Schluss gab es dann noch ein Bratschen-Quartett: York Bowens „Fantasia“ op. 41, ein zumeist elegisch klingendes Werk mit vielschichtig ausgearbeiteten Klangfarben. Ein Werk, das in der romanogotischen Martinskirche in Remels besonders schön zur Geltung kam.

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Das Vorhaben „KultinO“ wird innerhalb des Programms Region gestalten des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen in Zusammenarbeit mit dem Bundesinstitut für Bau-, Stadt und Raumforschung gefördert.