Indigenat für einen Emder Juristen

Im Rahmen des Oll‘ Mai, der in diesem Jahr in der Neuen Kirche stattfand, hat die Ostfriesische Landschaft Ehrungen vorgenommen

Mit dem Indigenat wurde Dr. Jan Amelsbarg geehrt
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Mit dem Indigenat wurde Dr. Jan Amelsbarg geehrt

Emden. Der Emder Jurist Dr. Jan Amelsbarg ist in diesem Jahr mit dem Indigenat der Ostfriesischen Landschaft ausgezeichnet worden. Allerdings hat die Auszeichnung nichts mit seinem Beruf zu tun, sondern mit seiner Leidenschaft. Amelsbarg, der 1957 in Minden geboren wurde und in Hamburg aufgewachsen ist, betätigt sich seit seinem Eintritt in den Ruhestand als Wirtschaftsbeauftragter der Gezeitenkonzerte und hat mittlerweile 188 Unternehmen und Privatpersonen als Unterstützer gewinnen können. Damit habe Amelsbarg „ein einzigartiges Netzwerk geschaffen“, das die Durchführung des Festivals sichere, heißt es in der Urkunde, die Landschaftspräsident Rico Mecklenburg verlas. Auch sein Engagement für das Emder Van Ameren-Bad blieb nicht unerwähnt.

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Landschaftspräsident Rico Mecklenburg mit den Ausgezeichneten: Iris Gess, Walter Ruß und Dr. Jan Amelsbarg

Landschaftspräsident Rico Mecklenburg mit den Ausgezeichneten: Iris Gess, Walter Ruß und Dr. Jan Amelsbarg

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Mit dem Totius Frisiae-Siegel wurden zwei Kulturschaffende ausgezeichnet. Iris Gess (Jahrgang 1950) betreibt im Rheiderland einen Kunstraum, der in einen zuvor aufwändig sanierten Gulfhof in Jemgumgaste integriert ist. Die Unternehmerin, Verlegerin und Kunstmanagerin organisiert dort regelmäßig Lesungen, Vorträge und Ausstellung. So zeigt sie ab dem kommenden Sonnabend das Lebenswerk des vor wenigen Tagen verstorbenen Leeraner Architekten und Künstlers Georg Willms. Willms sei selber noch an der Gestaltung der Ausstellung beteiligt gewesen. Sein Tod sei völlig überraschend eingetreten, erklärte Iris Gess.

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Das Musikerduo spielte Jazz: Beyamin Nuss und Konstantin Reinfeld

Das Musikerduo spielte Jazz: Beyamin Nuss und Konstantin Reinfeld

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Ebenfalls mit dem Totius Frisiae-Siegel wurde Walter Ruß aus Wittmund geehrt. Ruß (Jahrgang 1955), der bis zu seinem Ruhestand bei der IHK Kassel-Marburg gearbeitet hatte, ist in Wittmund in zahlreiche Kulturprojekten zu Hause. So leitete er den Ostfriesischen Kunstkreis, gehört zum Team des Literaturfest Wittmund, initiierte den Literaturpreis und engagiert sich beim Nachhaltigkeitsprojekt KIO der Ostfriesischen Landschaft. Zudem fungiert er als Berater im Kulturausschuss des Höheren Kommunalverbandes. Zudem betreibt er, der nach seinem Lehrerstudium unter anderem als freier Journalist arbeitete, einen Wittmund-Podcast auf Spotify.

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Wie wirkt der Klang auf den Körper? Vera Brandes hat das erforscht

Wie wirkt der Klang auf den Körper? Vera Brandes hat das erforscht

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Der Oll‘ Mai widmete sich in diesem Jahr den Gezeitenkonzerten der Ostfriesischen Landschaft und ihrer Nachwuchsförderung. „Der Kraft der Klänge: Wie Musik Wirkung entfaltet“ hieß die Fragestellung, der zwei Vorträge gewidmet waren. Beide wurden weitgehend frei gehalten und entfalteten so ihre Wirkung in der gut besuchten Neuen Kirche. Vera Brandes beschäftigt sich mit der Physik der Musik und forscht, wie Klänge auf den Körper wirken. Die einstige Musikproduzentin sowie Musik- und Medienwirkungsforscherin untersucht den Effekt, den die Musik auf depressive Menschen hat. Sie entdeckte, dass der Körper sich mit dem Rhythmus seiner Umgebung synchronisiert. Das beste Mittel, sich zu erholen, sei es, in die Natur zu gehen. Diese sei rhythmisch derart chaotisch, dass sie sich als ein „Gegengift“ zum Alltag erweise. Mit den Folgen, dass der Körper sich erholen könne. Ähnlich sei es mit der Musik. „Zehn Stunden Musik hören, verjüngt das Herz um zehn Jahre.“ Insbesondere die Kompositionen Mozarts seien geeignet, unter anderem Bluthochdruck ganz ohne Medikamente zu senken.

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Stellten das neue Musikvermittlungsprojekt „Flutlichter“ vor: Julia Ströbel-Bänsch und Alexander Hauer

Stellten das neue Musikvermittlungsprojekt „Flutlichter“ vor: Julia Ströbel-Bänsch und Alexander Hauer

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Julia Ströbel-Bänsch, Musikerin und Projektleiterin von Rhapsody in School, und Alexander Hauer, Schauspieler und Geschäftsführer sowie künstlerischer Leiter von OpusEinhundert, einer gemeinnützigen Kulturinstitution, sprachen über ein neues Konzept, das mit den Gezeitenkonzerten entwickelt wurde. Das Musikvermittlungsprojekt „Flutlichter“ geht am 19. Juni im Rahmen der Gezeitenkonzerte erstmals an den Start. Es sei ein Konzertformat, das Genre-Grenzen sprenge und die „kreative Energie der Schülerinnen und Schüler mit der Exzellenz international gefeierter Profimusiker“ verschmelze. Beteiligt sind vier ostfriesische Gymnasien und drei Musiker: der Pianist Benyamin Nuss, die Jazz-Sängerin Ella Burkhardt und der Mundharmonika-Virtuose Konstantin Reinfeld, sowie Alexander Hauer als Regisseur der Performance. Nuss und Reinfeld waren am Oll‘ Mai auch als musikalische Umrahmung der Veranstaltung, an der auch der künstlerische Leiter der Gezeitenkonzerte, Matthias Kirschnereit, teilnahm.

Landschaftspräsident Rico Mecklenburg erläuterte eingangs die Bedeutung des Oll‘ Mai. Rund um den 10. Mai sollte dem ständischen Parlament der Ostfriesischen Landschaft ein Rechenschaftsbericht vorgelegt werden. Heute geschieht das in der Landschaftsversammlung im Frühjahr. Der Oll' Mai, der sich auf das Jahr 1620 zurückverfolgen lässt, dient inzwischen als Festtag, zu dem Ehrungen gehören. Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies würdigte die Veranstaltung mit einem digitalen Grußwort.

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Das Vorhaben „KultinO“ wird innerhalb des Programms Region gestalten des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen in Zusammenarbeit mit dem Bundesinstitut für Bau-, Stadt und Raumforschung gefördert.