Jugendliche Energie und große Klangkunst

Das Bundesjugendorchester eröffnete die neue Spielzeit im ausverkauften Festspielhaus am Wall

Ungewöhnliche Perspektive: das Bundesjugendorchester von der Brücke für die Bühnentechnik aus gesehen
Lizensiert gemäß Alle Rechte vorbehalten von Karlheinz Krämer

Ungewöhnliche Perspektive: das Bundesjugendorchester von der Brücke für die Bühnentechnik aus gesehen

Emden. Was für ein Auftakt! Das gemeinsam von den Gezeitenkonzerten der Ostfriesischen Landschaft und Kulturevents Emden veranstaltete Konzert brachte mit dem georgischen Pianisten Giorgi Gigashvili, dem Bundesjugendorchester und dem Dirigenten Aurel Dawidiuk drei herausragende Vertreter einer jungen Generation auf die Bühne. Das Publikum feierte sie am Ende begeistert.

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Begeistert gefeiert: der georgische Pianist Giorgi Gigashvili, Dirigent Aurel Dawidiuk und das Bundesjugendorchester.

Begeistert gefeiert: der georgische Pianist Giorgi Gigashvili, Dirigent Aurel Dawidiuk und das Bundesjugendorchester.

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Im Mittelpunkt der ersten Konzerthälfte stand Sergej Rachmaninows Klavierkonzert Nr. 3 d-Moll op. 30 - ein Werk, das zu den anspruchsvollsten und virtuosesten Konzerten des Klavierrepertoires zählt. Giorgi Gigashvili stellte sich dieser Herausforderung mit beeindruckender Souveränität. Technische Brillanz und musikalische Gestaltung gingen bei ihm ganz selbstverständlich Hand in Hand. Mit großer Präsenz ließ er Rachmaninows weitgespannte Melodien ebenso eindringlich sprechen wie die eruptiven, hochvirtuosen Passagen. Dabei zeigte Gigashvili nicht nur seine außergewöhnlichen pianistischen Fähigkeiten, sondern entwickelte einen ganz eigenen, unmittelbaren Zugang zu dieser von Schwermut, Leidenschaft und überwältigender Klangfülle geprägten Musik.

Dass hinter dem brillanten Pianisten zugleich ein Musiker mit einer tiefen Verbundenheit zu seiner georgischen Heimat steht, zeigte sich in der Zugabe. Statt eines weiteren Virtuosen-Stücks spielte und sang Gigashvili ein georgisches Volkslied - schlicht, innig und von großer persönlicher Ausstrahlung. Nach dem gewaltigen Rachmaninow war dieser leise Moment besonders berührend.

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Sang als Zugabe ein Volkslied: Solist Giorgi Gigashvili

Sang als Zugabe ein Volkslied: Solist Giorgi Gigashvili

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Nach der Pause wechselte die musikalische Atmosphäre radikal. Gija Kanchelis „Another Step" eröffnete die zweite Konzerthälfte mit einer Musik der extremen Kontraste. Geheimnisvolle Stille und beinahe tonlose Passagen trafen auf eruptive, wuchtige Klangausbrüche. Das Bundesjugendorchester bewältigte diese spannungsreiche Partitur mit großer Konzentration und ließ die Musik zwischen Fragilität und eruptiver Kraft immer wieder neu entstehen.

Anschließend entführte das Orchester das Publikum in den farbenreichen Kosmos von Modest Mussorgskys „Bildern einer Ausstellung" in der Orchestrierung von Maurice Ravel. Was bei Mussorgsky ursprünglich als Klavierzyklus angelegt ist, wurde unter Ravels Händen zu einem orchestralen Kaleidoskop - und das Bundesjugendorchester nutzte die gesamte Farbpalette mit hörbarer Spielfreude. Vom geheimnisvollen „Gnomus" über das melancholische „Alte Schloss" und das schwerfällig dahinstampfende „Bydlo" bis zum grotesken Treiben der „Baba Jaga" oder dem strahlenden „Großen Tor von Kiew" entfaltete sich eine Folge höchst unterschiedlicher Klangwelten.

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 Erwies sich als charismatischer Orchesterleiter: Dirigent Aurel Dawidiuk

Erwies sich als charismatischer Orchesterleiter: Dirigent Aurel Dawidiuk

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Immer wieder beeindruckte dabei die enorme klangliche Bandbreite des jungen Orchesters. Filigrane Passagen wechselten mit kraftvollen Tutti, fein abgestufte Farben mit geradezu überwältigender orchestraler Wucht. Aurel Dawidiuk erwies sich dabei als ebenso beherzter wie charismatischer musikalischer Leiter. Mit klaren Impulsen und großer körperlicher Präsenz führte er die jungen Musikerinnen und Musiker durch die anspruchsvolle Partitur.

Als Zugabe bedankte sich das Orchester mit Mussorgskys „Gopak" - temperamentvoll, tänzerisch und mit einem Augenzwinkern. Ein furioser Schlussakkord für einen Konzertabend, der eindrucksvoll zeigte, wie viel Kraft, Spielfreude und Zukunft in der jungen Generation der klassischen Musik steckt.

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"Begegnungen"

Multifunktionaler Ort

Festspielhaus am Wall

Adresse
Theaterstraße 5, Emden
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