KUNST verleiht Moorleiche
Der „Mann von Bernuthsfeld“ stammt aus dem frühen Mittelalter und wurde jetzt für eine Ausstellung in den Niederlanden angefragt
Emden / Leeuwarden. 1820dieKUNST wird die Moorleiche von Bernuthsfeld nach Leeuwarden ausleihen. Das sagte der Vorsitzende der Gesellschaft, Gregor Strelow, vor dem Kulturausschuss. Die in Emden als „Bernie“ bekannte Skelettleiche aus dem Frühmittelalter soll Bestandteil der großen Ausstellung „König Radbod“ sein, die im September im Fries Museum eröffnet wird.
„Es gibt ja nur wenige Exponate aus dem Frühmittelalter“, begründet KUNST-Vorsitzender Gregor Strelow. Daher habe man sich zu dem Schritt entschlossen, das Projekt auf diese Weise zu unterstützen. Allerdings gelte es, noch die genauen Modalitäten abzuklären. Dazu zählen vor allem der Transport in die Niederlande und die Präsentation in Leeuwarden. Der Hildesheimer Restaurator Jens Klocke, der unter anderem die Kleidung der Moorleiche nachbildete, wurde auch in diesem speziellen Fall von Strelow hinzugezogen.
Die Moorleiche ist rund 1200 Jahre alt. Gefunden wurde sie 1907 beim Torfstechen im Moor bei Bernuthsfeld (Nähe Tannenhausen). Das Skelett stand 2011 bis 2016 im Mittelpunkt von vielfältigen medizinischen Untersuchungen. Seit 2025 wird auch die umfangreiche Kollektion an Kleidungsstücken, die die Moorleiche bei ihrer Auffindung trug, im Rahmen eines dreijährigen Forschungsprojektes chemisch und textilarchäologisch in den Blick genommen.
„König Radbod“ setzt die Ausstellungen „Wij Vikingen“ (Wir Wikinger) und „Vrijheid, Vetes, Vagevuur“ (Freiheit, Fehden, Fegefeuer) fort, die das Fries Museum 2019 und 2022 initiiert hat. Finanziert wird das Projekt durch das Interreg VI A-Programm „Deutschland-Nederland“, das zwei Millionen Euro zur Verfügung stellt. Insgesamt ist das Vorhaben auf 2,9 Millionen Euro angelegt.
Neun Partner planen, die Welt des mittelalterlichen Königs, dessen Regierungszeit zwischen 670 und 719 lag, so genau wie möglich darzustellen. Archäologische, historische und landschaftsgeschichtliche Quellen will man nutzen, um Radbods Ära erstmals vollständig zu erfassen, heißt es in einer Ankündigung des Fries Museums. Die Ausstellung wird ab September 2026 im Fries Museum zu sehen sein und anschließend ab Frühjahr 2027 im Ostfriesischen Landesmuseum in Emden.
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1820dieKUNST
Gesellschaft für bildende Kunst und vaterländische Altertümer seit 1820