„Museumsquartier lässt auf sich warten“

Im jüngsten städtischen Kulturausschuss stand das Ostfriesische Landesmuseum Emden im Mittelpunkt

Zickzack! Eingang zur aktuellen Ausstellung im Ostfriesischen Landesmuseum Emden
Lizensiert gemäß Alle Rechte vorbehalten von Wolfgang Mauersberger

Zickzack! Eingang zur aktuellen Ausstellung im Ostfriesischen Landesmuseum Emden

Emden. Gerade mal eine halbe Stunde dauerte der Kulturausschuss im Ratssaal, dann waren die Formalitäten und die drei Mitteilungen abgehandelt. In den 34 Minuten hatte die Direktorin des Ostfriesischen Landesmuseums, Jasmin Alley, einen Sachstandsbericht über die vor zehn Tagen eröffnete neue Ausstellung „Zickzack. Emder Backstein-Expressionismus vor 100 Jahren“ abgegeben, Verwaltungschef Michael Kühn das neue Logo und die neue Website für das Museum vorgestellt und schließlich erläutert, warum das „Museumsquartier Emden“, das auf eine grundsätzliche Zusammenarbeit der musealen Innenstadt-Einrichtungen abzielt, noch nicht realisiert werden kann.

Abgesehen von den regelmäßig gemeinsam stattfindenden Veranstaltungen wie Museumstag oder Museumsnacht sowie einer Verbundkarte für Landesmuseum und Kunsthalle, seien die Häuser derzeit „wenig vernetzt“, beantwortete Kühn eine entsprechende Anfrage der CDU-Fraktion. Gemeinsame Ausstellungsthemen und ein abgestimmtes Marketing ließen sich erst realisieren, wenn es eine dauerhafte Organisationsstruktur gebe. Dafür aber brauche es Personal, sonst sei es nicht zu leisten. Immerhin soll zunächst „der Gesprächsfaden zwischen den Häusern wieder aufgenommen werden“, sagte Kühn. „Wir müssen uns innerstädtisch erst wieder finden.“

Der bisherige Auftritt des Landesmuseums sei in die Jahre gekommen, sagte Kühn. Man habe sich bemüht, das neue Logo und auch die Webseite „modern und einprägsam“ zu gestalten. Dabei sei die Grundlage gewesen, den Bogen des Rathausdurchgangs zum „Superdesign“ zu machen und damit einen vermeintlichen Nachteil – den nicht auf den ersten Blick erkennbaren Zugang zum Museum von der Brückstraße aus - ins Gegenteil zu verkehren. Betroffen ist davon das „M“ in der Abkürzung OLME, das das Rundbogenmotiv aufnimmt. Auch die Website des Museums wurde bereits entsprechend umgestaltet. 
 

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Emder Backstein-Expressionismus: Das Apollo-Theater

Emder Backstein-Expressionismus: Das Apollo-Theater

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Jasmin Alley gab einen Sachstandsbericht zur erst vor zehn Tagen eröffneten Ausstellung. Diese führt in das Emden zwischen 1926 und 1931 und steht, so Alley „für das historische Auf und Ab in der Architektur der ersten deutschen Demokratie. An vier markanten Emder Gebäuden des Backstein-Expressionismus werden gesellschaftliche und politische Umbrüche aufgezeigt. Dabei steht beispielsweise das AOK-Gebäude für den Bereich Gesundheit und öffentliche Hygiene, die Herrentorschule für einen reformpädagogischen Ansatz. Alley: „Man brauchte eine andere Erziehung als im Kaiserreich.“ Ergänzend zur Architekturausstellung zeigt das Museum eine Wanderausstellung des „Vereins Weimarer Republik e.V.“ mit dem Titel „Die Weimarer Republik - Deutschlands erste Demokratie".
 

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Emder Backstein-Expressionismus: Der Chinesentempel

Emder Backstein-Expressionismus: Der Chinesentempel

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Alley kündigte an, dass die Baugenehmigung für die Ertüchtigung des Chinesentempels nunmehr erfolgt sei. Derzeit würden die Gewerke ausgeschrieben. Zudem verwies sie auf die Verleihung des Museumspreises des hbs kulturfonds in der Niedersächsischen Sparkassenstiftung an das Landesmuseum, der mit 15 000 Euro dotiert ist.

Veröffentlichungsdatum
Publiziert von

Wolfgang Mauersberger

(Presse-)Fotografie für Landschaft, Kultur und Events

In diesem Beitrag erwähnt

Museum

Ostfriesisches Landesmuseum Emden

Das Ostfriesland Museum

Adresse
Brückstraße 1, Emden

Das Vorhaben „KultinO“ wird innerhalb des Programms Region gestalten des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen in Zusammenarbeit mit dem Bundesinstitut für Bau-, Stadt und Raumforschung gefördert.