Dangast. „Alle Menschen werden Schwestern“ heißt es trefflich in einem Werktitel Marina Baranovas, in dem sie Beethovens brüderliches Thema verarbeitet. Sie schrieb es als Auftragswerk für die beiden Interpretinnen im ausverkauften Alten Kurhaus, und die sind wirklich Schwestern: Anouchka und Katharina Hack, Violoncello und Klavier, haben bereits letztes Jahr das Publikum der Gezeitenkonzerte bei den „Langen Nächten der Gipfelstürmer“ begeistert. Unter dem Titel „Alle Menschen werden Schwestern“ haben sie ein viel beachtetes Album aufgenommen und präsentierten dies nun in Dangast.
Cellistin Anouchka Hack
Anouchka und Katharina Hack spielen seit ihrer frühen Kindheit zusammen Musik. Schon seit vielen Jahren gastieren sie auf großen Konzertbühnen und Festivals als Duo. In ihrem Schwestern-Programm, so erläuterten sie es in einer ihrer sympathischen Moderationen, gehe es um Verbundenheit, um die Macht des Zusammenhaltes, oder ganz einfach um die unumstößliche Tatsache, dass Menschen zusammen viel mehr erreichen können als allein. So konnte sich das Publikum an Musik der Geschwister Felix und Fanny Mendelssohn sowie von Lili und Nadia Boulanger erfreuen.
Pianistin Katharina Hack
Eindrucksvoll war auch das, den beiden Schwestern quasi auf den Leib komponierte „Alle Menschen werden Schwestern" von Marina Baranovas mit seinen wunderbar schwelgerischen Passagen. Auch Ludwig van Beethoven hatte Geschwister, die sich allerdings nicht als erfolgreiche Musiker behaupteten und zu denen er kein besonders gutes Verhältnis hatte. Dennoch durfte er aber als Impulsgeber nicht fehlen und war mit seiner späten Cellosonate C-Dur op. 120/1 vertreten. Außerdem gab es eine faszinierende Improvisation der beiden Schwestern und andere passend ausgewählte Werke. So verzauberten die beiden Hacks ihre begeisterten Zuschauer, die dieses Konzert mit eindrucksvollem Meerblick auf den Jadebusen – und den legendären Rhabarberkuchen im Kurhaus – sichtlich genossen haben.
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