Wer war König Radbod?
Das Fries Museum in Leeuwarden hat eine große Ausstellung über den Friesenkönig organisiert, die am 5. September eröffnet wird
Leeuwarden. Das Fries Museum in Leeuwarden eröffnet am 5. September seine große Ausstellung „Radbod. Der legendäre König“. Die Ausstellung präsentiert Ergebnisse jahrelanger Forschungen, um mehr Licht in Geschichte und Leben dieses Herrschers zu bringen, der vor mehr als 1300 Jahren lebte.
Das Fries Museum vollendet damit einen Zyklus, der 2019 mit der Ausstellung „Wij Vikingen“ begann, sich 2022 mit „Vrijheid, Vetes, Vagevuur“ fortsetzte und nun mit „Radbod“ seinen Abschluss findet, indem die Zeit des 7. und 8. Jahrhunderts in dem friesischen Nordsee-Raum näher in den Blick genommen wird. Die genaue Größe seines Reiches ist immer noch nicht nachgewiesen. Der Einfluss Radbods (670 bis 719), den die Niederländer „Radbout“, die Friesen „Redbad“ nennen, soll den Bereich der niederländischen und norddeutschen Küste sowie die Flussregion von Utrecht umfasst haben. Radbod war aber auch Teil eines größeren nord- und westeuropäischen Netzwerks. Er stand in Kontakt mit den Küstenregionen rund um die Nordsee einerseits und mit seinen fränkischen Nachbarn im Süden andererseits.
Neun Einrichtungen haben sich zusammengefunden, um das Projekt, dessen Leitung in Leeuwarden liegt, zu realisieren. Ziel ist es, die Welt des mittelalterlichen Königs so genau wie möglich darzustellen. Archäologische, historische und landschaftsgeschichtliche Quellen werden genutzt, um Radbods Ära erstmals vollständig zu erfassen.
Dazu gehört die Präsentation außergewöhnlicher und herausragender Exponate. In den Räumen des Fries Museum wird die Moorleiche von Bernuthsfeld mitsamt seiner Kleidung, die derzeit in einem dreijährigen Projekt erforscht wird, ausgestellt. Dazu kommen Wertobjekte wie die große Fibula von Wijnaldum, eine Gewandspange, die aus Gold und roten Granaten zusammengefügt ist und eigens für die Ausstellung restauriert wurde. Aus Dänemark kommt der „Odin von Lejre“, eine kleine Silberfigur aus dem frühen Mittelalter, die den thronenden Gott, flankiert von zwei Vögeln, zeigt. Sie soll, so formuliert das niederländische Museum, für die Welt des Radbod stehen, „eine Welt, in der alte Götter, Macht und Königtum eng miteinander verbunden waren“.
▶ Neben der Ausstellung wird ein Rollenspiel entwickelt, das auch als Brettspiel erhältlich sein wird, eine digitale Wissenschaftspublikation, ein Buch, ein Bildungsprogramm für Schulen sowie ein Rahmenprogramm voller Vorträge, Workshops und mehr.
▶ Eröffnung in Leeuwarden: 5. September, 11 bis 17 Uhr. Ein Zeitfenster für die Besichtigung lässt sich unter friesmuseum.nl/tickets reservieren. In Emden ist die Ausstellung ab dem 20. März 2027 zu sehen.
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