Zwischen Klangwelten und Kino-Magie

Percussionistin Lucy Landymore begeistert das Publikum im 31. Gezeitenkonzert in Papenburg

Lucy Landymore und das Deutsche Kammerorchester Berlin
Lizensiert gemäß Alle Rechte vorbehalten von Karlheinz Krämer

Lucy Landymore und das Deutsche Kammerorchester Berlin

Papenburg. Mit einem ebenso originellen wie hochklassigen Programm begeisterte die britische Multiperkussionistin und Komponistin Lucy Landymore das Publikum in der Stadthalle im Forum Alte Werft in Papenburg. Das in Kooperation von Gezeitenkonzerten und Papenburg Kultur veranstaltete Konzert führte eindrucksvoll vor Augen, wie fließend die Grenzen zwischen Filmmusik und klassischer Konzertmusik sein können. Gemeinsam mit dem Deutschen Kammerorchester Berlin unter der Leitung von Gabriel Adorján entfachte Landymore einen Abend voller klanglicher Raffinesse, technischer Brillanz und emotionaler Intensität.

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Spielte und moderierte: Lucy Landymore

Spielte und moderierte: Lucy Landymore

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Schon der programmatische Auftakt machte die künstlerische Idee des Abends deutlich. Landymore stellte nicht nur einfach bekannte Filmmusik von Hans Zimmer vor, sondern setzte dessen Klangsprache in Beziehung zu eigenen Kompositionen sowie Werken von Johann Sebastian Bach und Gustav Mahler. In ihren ebenso charmanten wie kenntnisreichen Moderationen erläuterte sie die musikalischen Einflüsse des Filmkomponisten und zeigte auf, wie sehr sich dessen Musik aus der Tradition der klassischen Meister speist.

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Überwältigender orchestraler Klangstrom: das Deutsche Kammerorchester Berlin unter Leitung von Gabriel Adorján

Überwältigender orchestraler Klangstrom: das Deutsche Kammerorchester Berlin unter Leitung von Gabriel Adorján

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Mit der farbenreichen Suite aus ihrer Kinderoper „Der Zauberer von Oz“ präsentierte sich Landymore zunächst als eigenständige Komponistin. Die Musik überzeugte durch ihre fantasievolle Instrumentation, melodische Einprägsamkeit und ihren feinen Sinn für dramatische Entwicklungen. Das anschließende „Golden Meadows“ entfaltete eine nahezu meditative Atmosphäre, bevor Bachs kunstvoll verwobene Contrapunctus-Sätze eindrucksvoll bewiesen, wie zeitlos faszinierend kontrapunktisches Denken bis heute wirkt. Den Höhepunkt der ersten Konzerthälfte bildete schließlich Landymores Bearbeitung von „Angels & Demons“. Mit pulsierenden Taiko-Rhythmen, schillernden Vibraphon-Klängen und dem präzise musizierenden Deutschen Kammerorchester Berlin entwickelte sich ein überwältigender orchestraler Klangstrom, der die dramatische Wucht von Hans Zimmers Filmmusik eindrucksvoll in den Konzertsaal übertrug.

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Organisch und elektrisierend: das Zusammenspiel zwischen Solistin und Orchester

Organisch und elektrisierend: das Zusammenspiel zwischen Solistin und Orchester

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Nach der Pause rückte Landymore zunächst wieder ihre eigene Musik in den Mittelpunkt. „Subconsciousness“ faszinierte mit schwebenden Klangflächen zwischen Vibraphon und Streichorchester, ehe sie in „Reflection“, einer rührenden Hommage an Chick Corea, ganz allein am Vibraphon die Bühne beherrschte. Mit beeindruckender Virtuosität und feinem Gespür für Klangfarben entlockte sie ihrem Instrument eine erstaunliche Vielfalt an Ausdrucksmöglichkeiten und zog das Publikum mit jedem Ton tiefer in ihren Bann.

Einen bewegenden Ruhepol bildete anschließend Mahlers berühmtes „Adagietto“ aus der Fünften Sinfonie. Das Deutsche Kammerorchester Berlin überzeugte hier mit warmem Streicherklang, großer Transparenz und fein ausgehörter Phrasierung. Landymore übernahm am Vibraphon den berühmten Harfenpart, was dem Werke spannende neuen klangliche Dimensionen hinzufügte. So wurde hörbar, wie eng die emotionale Sprache Gustav Mahlers und Hans Zimmers Klangwelten miteinander verwandt sein können.

Mit der groß angelegten „Interstellar Suite“ steigerte sich der Abend schließlich zu einem furiosen Finale. Landymores Bearbeitung der ikonischen Filmmusik verband monumentale orchestrale Klangflächen mit treibenden Percussion-Passagen und fein abgestuften lyrischen Momenten. Das Zusammenspiel zwischen Solistin und Orchester wirkte dabei jederzeit organisch und elektrisierend. Gabriel Adorján führte das Ensemble mit sicherer Hand durch die komplexen musikalischen Strukturen und sorgte für höchste Präzision und enorme klangliche Geschlossenheit.
Doch damit war der Abend noch nicht beendet: Als Zugabe ließen Lucy Landymore und das Deutsche Kammerorchester Berlin mit einer mitreißenden Suite aus „Fluch der Karibik“ noch einmal sämtliche musikalischen Register ziehen. Mit rhythmischer Energie, orchestraler Brillanz und sichtbarer Spielfreude sorgten sie für einen fulminanten Abschluss eines außergewöhnlichen Konzertabends. Lucy Landymore zeigte eindrucksvoll, dass sie weit mehr ist als die langjährige Schlagzeugerin an der Seite Hans Zimmers. Als Komponistin, Arrangeurin, Solistin und kluge Vermittlerin eröffnete sie dem Publikum neue Perspektiven auf die Welt der Filmmusik.

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Gezeitenkonzerte 2026

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"Begegnungen"

Multifunktionaler Ort

Forum Alte Werft

Adresse
Ölmühlenweg 9, Papenburg

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