etzliche Holländer in de nieuwe stad Goedens
Wie Niederländer die Herrlichkeit Gödens prägten
Infolge der Unterdrückung der Reformation in den spanischer verwalteten Niederlanden, flohen viele Menschen im 16. Jahrhundert nach Ostfriesland. Dieser Exodus richtete sich auf die grenznahen Gebiete. Vor allem Emden fungierte als Auffangbecken dieser Flüchtlingsbewegung, wuchs dadurch beträchtlich an und bildete schließlich das ökonomische und geistige Zentrum Ostfrieslands. Mit den Niederländern erfuhr der Leinenhandel eine erste Hochzeit. Ökonomisch, religiös und politisch waren die Glaubensflüchtlinge nicht nur für ihr Aufnahmeland eine wichtige Größe, sie beeinflussten gleichzeitig auch ihre alte Heimat, indem sie von Ostfriesland aus ihre Beziehungen pflegten. Nach der Befreiung von der spanischen Herrschaft gingen viele Niederländer wieder zurück in ihre Heimat, andere blieben. Der kulturelle Transfer zwischen diesen Ländern blieb jedoch noch über Jahrhunderte bestehen.
Der östliche Teil Ostfrieslands stand nicht im unmittelbaren Einzugsbereich der niederländischen Flüchtlingsbewegung. Daher ist die Ansiedlung von Niederländern, wie in der Herrlichkeit Gödens, etwas besonders und führte im Fall von Neustadtgödens sogar zu dessen Gründung. Im Laufe der Zeit entwickelte sich der Ort zu einem prosperierenden Handelspunkt. Mit Hilfe der aus den Niederlanden stämmigen Leinenhändler (Reeder) wurden Beziehungen zu den Nordseeanrainern und speziell zu der alten Heimat gepflegte. Der kulturelle Austausch machte es möglich, dass auch Personen aus Neustadtgödens problemlos in den Niederlanden leben und zu großen Ansehen kommen konnten. Das sich dieser Transfer von Personen und Wissen bis in die Gegenwart hinein bewahrt hat, zeigt die Tatsache, dass es auch heute noch immer Niederländer in die ehemalige Herrlichkeit Gödens zieht.