Absolutistische Landesherrschaft und landständische Freiheit im frühen 18. Jahrhundert

Der sog. Appelle-Krieg (1725 bis 1727) als Höhepunkt des säkularen Ringens um Herrschaft und politische Partizipation im frühneuzeitlichen Ostfriesland

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Eintritt 5,00 €

Bereits mit der Entstehung frühmoderner Staatlichkeit in Ostfriesland im 16. Jahrhundert hatte eine schnell tief ins Grundsätzliche reichende Auseinandersetzung zwischen der Landesherrschaft und den Landständen eingesetzt, in der es vordergründig zwar lediglich um einzelne konkrete verfassungsrechtliche Kompetenzen, in Wahrheit aber um die Stellung der Landstände innerhalb der ostfriesischen Verfassung überhaupt ging. 

Diese grundsätzliche Konkurrenz zweier sich gegenseitig letztlich ausschließender verfassungsrechtlicher Leitbilder hat in eineinhalb Jahrhunderten trotz mehrmaliger Phasen von Gewaltanwendung kein endgültig verbindliches Ergebnis gehabt, allerdings das Gewicht der Landstände sukzessive immer mehr vergrößert. 

Nach einer jahrzehntelangen Ruhephase unternahm Enno Rudolf Brenneysen, der seit 1710 als Vizekanzler bzw. Kanzler die landesherrliche Politik in Ostfriesland bestimmte, ab etwa 1718 mit einer ganzen Reihe von Klagen vor dem Reichshofrat in Wien einen letzten, umfassender als je zuvor vorbereiteten Angriff auf die überkommene verfassungsrechtliche Konstellation, mit dem er die in seinen Augen in Ostfriesland sozusagen auf dem Kopf stehende "wahre Relation zwischen Obrigkeit und Unterthanen" endlich wiederherstellen wollte. 

Den gewaltsamen Höhepunkt dieser Auseinandersetzung bildete Mitte der 1720er Jahre der nach dem landständischen Wortführer Heinrich Bernhard von dem Appelle benannte sog. Appelle-Krieg, den die Landesherrschaft zwar schließlich sich entscheiden konnte, auf die erhoffte absolutistische Stellung aber trotzdem verzichten musste, weil die damalige politische Großkonstellation im Reich und in Europa ein solches Ergebnis verhinderte.

Auf all diese Aspekte wird der Vortrag näher eingehen und ein umfassendes Bild des frühneuzeitlichen Verfassungslebens zeichnen. 

Wir bitten aus organisatorischen Gründen um eine verbindliche Reservierung unter info@heimatmuseum-leer.de oder Tel.: 0491 / 2019

Veranstaltungsort

Standortart: Vor Ort
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Neue Straße 16
26789 Leer (Ostfriesland)
Deutschland

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Das Vorhaben „KultinO“ wird innerhalb des Programms Region gestalten des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen in Zusammenarbeit mit dem Bundesinstitut für Bau-, Stadt und Raumforschung gefördert.