Archäologen graben wieder in Emder Altstadt

Gebäude-Abriss gibt Gelegenheit zu Blick in die Vergangenheit der Stadt

Die Absperrung macht es deutlich: hier passiert etwas
Lizensiert gemäß Alle Rechte vorbehalten von Wolfgang Mauersberger

Die Absperrung macht es deutlich: hier passiert etwas

Emden. Im Zuge von Baumaßnahmen in dem kleinen Quartier zwischen Kirchstraße und Steinstraße soll es erneut zu archäologischen Grabungen kommen. Das bestätigt der Leiter des Archäologischen Forschungsinstituts der Ostfriesischen Landschaft, Dr. Jan Kegler, auf Anfrage. „Wir sind gespannt, weil wir noch nicht wissen, was da auf uns zukommt.“ Es hat bereits mehrere archäologische Untersuchungen an dieser Stelle der alten Emder Stadtwurt gegeben. Sie wurden im Innenbereich der einstigen Großen Kirche, in der Kirchstraße, an der alten Emsmauer neben dem Verwaltungsgebäude angesetzt und erbrachten reiche Funde. Die Stadt wurde nach bisherigem Kenntnisstand um 800 entlang der benachbarten Pelzerstraße gegründet. 
 

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Sobald die Häuser abgerissen sind, übernehmen die Archäologen das Feld. Die Gebäude stehen auf der alten Emder Stadtwurt

Sobald die Häuser abgerissen sind, übernehmen die Archäologen das Feld. Die Gebäude stehen auf der alten Emder Stadtwurt

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Die Möglichkeit zu einem Einblick in den Untergrund ergibt sich, weil derzeit vier Häuser der 50er und 60er Jahre zwischen Kirch- und Steinstraße abgerissen werden. Sie wurden von der Evangelisch-reformierten Kirche gekauft und in den letzten 15 Jahren für „sehr kleines Geld“ an bedürftige Menschen vermietet, wie Gerhard Plenter, Abteilungsleiter Haushalt und Finanzen der Kirche, auf Anfrage mitteilt. Für die Mieter, die aus den Wohnungen ausziehen mussten, habe man in jedem Einzelfall eine Lösung gefunden. „Das hat viel Zeit gekostet, aber wir wollten natürlich alle gut unterbringen.“ Das sei gelungen.

Nach Plenters Worten ist geplant, im Neubau 14 Mietwohnungen mit einer Größe zwischen 60 und 100 Quadratmetern einzurichten. „Es wird kein sozialer Wohnungsbau, aber die Wohnungen sollen bezahlbar sein. Wir wollen nicht viel daran verdienen“, sagt Plenter. Für die Kirche sei es eine Vermögensanlage.

Derzeit erfolgt der Abriss der Gebäude. Voraussichtlich im Mai werden Kampfmittelräumdienst und Archäologen sich auf der Baustelle die Klinke in die Hand geben. Kegler lobte, dass die Abstimmung zwischen den Bauherrn und der Archäologe rechtzeitig erfolgt sei, so dass man planen könne.

 

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Publiziert von

Wolfgang Mauersberger

(Presse-)Fotografie für Landschaft, Kultur und Events

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Das Vorhaben „KultinO“ wird innerhalb des Programms Region gestalten des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen in Zusammenarbeit mit dem Bundesinstitut für Bau-, Stadt und Raumforschung gefördert.