Das Plattdeutsche und die Demokratie

Der September 2026 steht als Plattdüütskmaant pädagogisch ganz im Zeichen der anstehenden Wahlen

Zum plattdeutschen Monat gehört sehr viel Werbung, wie sich hier am Beispiel der Materialsammlung von Johanne von Aschwege zeigt: Edzard und Else Harms, Ute Meinert, Landschaftsdirektor Dr. Matthias Stenger, Landschaftspräsident Rico Mecklenburg, Helmut J
Lizensiert gemäß Alle Rechte vorbehalten von Sebastian Schatz

Zum plattdeutschen Monat gehört sehr viel Werbung, wie sich hier am Beispiel der Materialsammlung von Johanne von Aschwege zeigt: Edzard und Else Harms, Ute Meinert, Landschaftsdirektor Dr. Matthias Stenger, Landschaftspräsident Rico Mecklenburg, Helmut J

Aurich. Das Motto des diesjährigen 21. Plattdüütskmaant September spräche dem Verein Oostfreeske Taal ganz aus dem Herzen, erklärte dessen Vorsitzender Hans Freese. „Du hest een mooi Stimm! Wähl Platt!“ ist die Veranstaltungsreihe betitelt, die damit – das ist beabsichtigt – nicht nur auf die Förderung des Plattdeutschen, sondern auch auf die anstehenden Wahlen Bezug nimmt. Den Veranstaltern geht es um einen pädagogischen Zugang zur Demokratie, die voraussetzt, selber bewusst mitgestalten zu wollen, oder, wie Freese es im Rahmen einer Pressekonferenz zum Plattdüütskmaant sagte: „Die Ostfriesen müssen selber etwas dafür tun, ihre Sprache am Leben zu erhalten.“ So sei es auch mit der Demokratie, die ebenso nach aktiver Mitwirkung verlange.

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Stellten den September-Maant vor: Landschaftspräsident Rico Mecklenburg, Landschaftsdirektor Dr. Matthias Stenger, Ute Meinert, Johanne von Aschwege, Hans Freese, Grietje Kammler, Helmut Janssen, sowie Edzard und Else Harms.

Stellten den September-Maant vor: Landschaftspräsident Rico Mecklenburg, Landschaftsdirektor Dr. Matthias Stenger, Ute Meinert, Johanne von Aschwege, Hans Freese, Grietje Kammler, Helmut Janssen, sowie Edzard und Else Harms.

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Die Entscheidung für das Motto wurde im Plattdüütskbüro der Ostfriesischen Landschaft von langer Hand getroffen. Dem Ganzen gehe ein Brainstorming voraus. Man sammle Ideen, die dann auf einer handschriftlichen Liste fortgeschrieben würden, erklärte Abteilungsleiterin Grietje Kammler. Daran beteiligt seien unter anderem auch die Schulen, die Anregungen einfließen ließen. „Für den diesjährigen Plattdüütskmaant gingen die ersten Vorschläge bereits im November des Vorjahres ein“, plaudert Kammler aus dem Nähkästchen. Die Entscheidung träfe das Team des Plattdüütskbüro. Ende März müsse das Motto feststehen. „Wir benötigen ja genügend Zeit, um Termine zu klären und Werbematerialien vorzubereiten.“

Zu diesen Materialien gehört zum Beispiel ein stabiles Info-Blatt mit plattdeutschen Erläuterungen in einfacher Sprache zur Klärung, was Demokratie überhaupt bedeutet und woher der Begriff kommt. Exemplarisch wird darin gezeigt, dass sich demokratische Strukturen bis in die Wahl eines Klassensprechers hineinziehen.

An Veranstaltungen mangelt es dem Plattdüütskmaant nicht. Bisher weist der Terminkalender rund 70 Möglichkeiten auf, die Sprache zu erleben – im Rahmen von Konzerten, gemeinsamem Singen, bilingualen Lesungen in Kindergärten, Aktionen auf den regionalen Wochenmärkten, Museumsführungen, Präsentationen. Doch noch immer kommen Nachmeldungen, berichtet Grietje Kammler. Sie geht davon aus, dass es am Ende bis zu 90 Angebote werden, die dem Plattdüütskmaant die inhaltliche Füllung geben werden. Eine neue Kooperation habe sich dabei mit der Jugendberufsagentur Aurich-Norden ergeben, die mit verschiedenen Posts auf ihren Social Media-Kanälen für die Wichtigkeit von Plattdeutsch im Berufsleben werben werde.

Immer mit dabei sind die Plattdeutschbeauftragten der ostfriesischen Kommunen. Wie breit deren Einsatzgebiet ist, das sich nicht allein auf den September erstreckt, machte im Rahmen der Pressekonferenz Helmut Janssen, Beauftragter des Landkreises Wittmund, deutlich. Er unterrichte Plattdeutsch an Schulen, betreue Schüler, die am plattdeutschen Lesewettbewerb teilnähmen, veranstalte selber Workshops, lese in Einrichtungen zur Tagespflege, biete Sprachunterricht für Zugereiste an. Zudem hat Janssen drei plattdeutsche Bücher geschrieben und arbeitet derzeit an der Fertigstellung eines Kinderbuches.

Kinderbücher zum Mitmachen schreibt und illustriert auch Johanne von Aschwege. Die Mutter eines fünfjährigen Sohnes verschreibt sich darin unter anderem auch der Bewahrung von Traditionen, wie sie am Beispiel von ostfriesischen Oster-Riten deutlich machte. Von Aschwege wird in diesem Jahr an den Lesungen in Kindergärten teilnehmen.

Möglich werden die Aktivitäten durch die finanzielle Förderung der Regionalen Kulturförderung des Landes Niedersachsen, der hiesigen Kommunen, des Vereins Oostfreeske Taal, der Ostfriesischen Sparkassen und der Stiftung für heimatkulturelle Jugendbildung. Deren Gründer, Else und Edzard Harms, betonten, dass das Geld für die Veranstaltungen des Plattdüütskmaant sehr gut angelegt sei. Und Ute Meinert, Geschäftsführerin der Sparkassenstiftung Aurich-Norden, zeigte sich beeindruckt von der Vielfalt der Veranstaltungen, die ebenso das Herz wie den Kopf ansprächen.

 

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Das Vorhaben „KultinO“ wird innerhalb des Programms Region gestalten des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen in Zusammenarbeit mit dem Bundesinstitut für Bau-, Stadt und Raumforschung gefördert.