„Das wäre doch was für die Bibliothek!“

Ausstellung im Lesesaal der Landschaftsbibliothek stellt Werke des in Oldenburg lebenden Fotografen Michael Schildmann vor

Strukturen im Grün: „ Heerweg“ von Michael Schildmann
Lizensiert gemäß Alle Rechte vorbehalten von Michael Schildmann

Strukturen im Grün: „ Heerweg“ von Michael Schildmann

Aurich. Wie man sich kennenlernte? Dr. Heiko Suhr, Leiter der Bibliothek der Ostfriesischen Landschaft verweist auf den Zufall. Michael Schildmann (Jahrgang 1949) - Fotograf, Autor, Layouter, Verleger, Ausstellungsmacher -, hatte sich an die Bibliothek gewandt, um ihr rund 50 000 Foto-Medien zu übertragen. Nun saß man bei den Schildmanns in Oldenburg, und Suhr staunte, dass an den Wänden bemerkenswerte Fotografien in größeren Formaten zu sehen waren – viele davon mit maritimen Motiven oder Ansichten von der Küste. „Das wäre doch was für die Bibliothek“, dachte er sich.

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Michael Schildmann auf der Brücke zwischen Magazin und Lesebereich mit seinen Landschaften

Michael Schildmann auf der Brücke zwischen Magazin und Lesebereich mit seinen Landschaften

Lizensiert gemäß Alle Rechte vorbehalten von Sebastian Schatz

Und nun hängen 34 größere und kleinere Arbeiten in den als Ausstellungsfläche genutzten Fenstern und an den Brüstungen der Innenbalkone des Bibliotheksgebäudes. Sie gruppieren sich um das Thema „Landschaft. Von der Realität zur Abstraktion“. Schildmann zeige Arbeiten aus drei Werkphasen. Von der durchaus erkennbaren Natur zu Strukturen von Landschaft in Sand oder Fahrspuren und weiter bis zu einer Reduktion, in der die Landschaft förmlich verschwindet und nur Spuren von Schwarz und Weiß bleiben. „Wo vieles fehlt, wird sichtbar, was sonst übersehen wird“, heißt es in der Einladung zur Ausstellung.

Schildmann ist nicht nur Fotograf, sondern auch Biologe. In diesem doppelten Erfahrungshorizont sind es auch die Veränderungen, die er registriert und analysiert, erläutert Suhr. So sei das Fehlen von Tieren auf den Weiden für Schildmanns bildtechnische Absichten ein Gewinn. Als Biologe jedoch wisse er, dass die Wiesen nur deshalb leer seien, weil man wieder zur Stallhaltung tendiere. „Alles hat seinen Preis.“

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Dr. Heiko Suhr auf der Bibliotheksempore mit zwei Bildern, die senkrechte Strukturen zeigen, bei denen es sich um abgeernteten Mais handelt.

Dr. Heiko Suhr auf der Bibliotheksempore mit zwei Bildern, die senkrechte Strukturen zeigen, bei denen es sich um abgeernteten Mais handelt.

Lizensiert gemäß Alle Rechte vorbehalten von Sebastian Schatz

Geboren wurde Schildmann in Westerstede. Er lebt aber seit 2009 in Oldenburg. Der Lehrer für Biologie und Englisch beschäftigt sich schon seit dem Ende der 50er Jahre mit der Fotografie. Er ist Mitbegründer der Bildagentur „edition lichtblick“, arbeitete für das Ostfriesland-Journal in Leer und das Ostfriesland-Magazin in Norden, für die Ostfriesische Graphotek der Ostfriesischen Landschaft und zehn Jahre lang für die Kunsthalle Emden, dokumentierte den Bau eines Papierfrachters auf der Janssen-Werft in Leer, porträtierte den Orgelbauer Jürgen Ahrend und den Künstler Karl-Ludwig Böke. Zehn Jahre lang war er auf verschiedenen Jakobswegen in Spanien, Norwegen, Schweden, Portugal, Dänemark, Deutschland und Polen unterwegs.

⏵     Die Ausstellung „Landschaft. Von der Realität zur Abstraktion“ in der Landschaftsbibliothek (Fischteichweg 16 in Aurich) ist bis zum 26. Juni zu den Öffnungszeiten der Bibliothek (Di bis Fr 10 bis 18 Uhr) zu sehen. Ausnahme ist der 15. Mai, Freitag nach Himmelfahrt. Da ist die Bibliothek geschlossen.
 

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Das Vorhaben „KultinO“ wird innerhalb des Programms Region gestalten des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen in Zusammenarbeit mit dem Bundesinstitut für Bau-, Stadt und Raumforschung gefördert.