Silbermünze von 1491 auf Friedhof gefunden

Das unter Edzard I. geprägte historische Zahlungsmittel befindet sich jetzt in der Ostfriesischen Landschaft

Jan Kegler nimmt die historische Münze von Wilfried Ottersberg entgegen.
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Jan Kegler nimmt die historische Münze von Wilfried Ottersberg entgegen.

Aurich. Wilfried Ottersberg aus Timmel hat dem Archäologischen Forschungsinstitut der Ostfriesischen Landschaft eine ostfriesische Silbermünze aus dem Jahr 1491 überlassen. Das teilt die Pressestelle der Einrichtung mit. Gefunden hat er sie im Jahr 2015 bei der Pflege des Familiengrabes in Timmel. Sie befand sich nur etwa einen Meter von der Kirchenmauer entfernt. „Die Münze ist ein sehr schöner Fund, weil sie selten und außerdem überdurchschnittlich gut erhalten ist", freut sich Dr. Jan F. Kegler, Leiter des Archäologischen Forschungsinstituts der Landschaft.

Wie die Münze in den Boden des Friedhofs gelangt ist, lässt sich laut Kegler nicht rekonstruieren. Vorstellbar sei, dass jemand das Geldstück in oder vor der alten Kirche von Timmel, die aus dem 13. Jahrhundert stammte, verloren habe. Die Kirche soll während der Weihnachtsflut 1717 so stark beschädigt worden sein, dass im Jahr 1736 die heutige Kirche als Ersatzbau fertiggestellt wurde. Denkbar sei auch, dass sie sich in der Kleidung einer beigesetzten Person befand und durch wiederholte Bestattungen ans Tageslicht gelangte.

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Die Vorderseite des halben Krummsteert mit der Harpye der Cirksena

Die Vorderseite des halben Krummsteert mit der Harpye der Cirksena

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Bei der Silbermünze handelt es sich um einen halben „Krummsteert". Der Name stammte von einer flämischen Münze aus dem Jahr 1419, auf der ein Löwe mit einem sehr krummen Schwanz abgebildet war. Die Cirksena ersetzten die Löwendarstellung durch ihre Harpyie. 36 neue Krummsteerte entsprachen dem Wert eines Rheinischen Gold-Guldens.

Die in Emden geprägte Münze hat einen Durchmesser von 24 Millimetern und wiegt knapp 1,5 Gramm. Auf der Vorderseite steht um die Harpyie die lateinische Umschrift "EDZARD * COMES * FRI*ORIE'TA", also "Edzard, Graf von Ostfriesland". Die Rückseite zeigt ein befußtes Kreuz mit einer Lilie in jedem Winkel. Die Umschrift "DA * PACE' * DN * IN * DIEB' NRS' 91" ist eine Abkürzung für "DA PACEM DOMINE IN DIEBUS NOSTRIS", also "Schenke uns Frieden, Herr, in unseren Tagen" sowie das Prägejahr 1491.

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 Die Rückseite der 535 Jahre alten Münze mit dem „befußten“ Kreuz und der Umschrift

Die Rückseite der 535 Jahre alten Münze mit dem „befußten“ Kreuz und der Umschrift

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Nachdem Enno I. 1491 in voller Rüstung durch das Eis des Burggrabens in Friedeburg eingebrochen und ertrunken war, wurde sein Bruder Edzard I. Regent von Ostfriesland. Edzard (1462 bis 1528) führte unmittelbar nach seiner Ernennung eine Währungsreform durch. In deren Zuge wurde der auf Silber basierende Krummsteert wieder eingeführt und die vorliegende Münze geprägt.

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