Wie kommen Orte an plattdeutsche Beschilderung?

Einführung ist nicht ganz so einfach, wie man denken mag, erläutert das Plattdüütskbüro der Ostfriesischen Landschaft

Grietje Kammler mit einem der Ortsschilder von Aurich / Auerk
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Grietje Kammler mit einem der Ortsschilder von Aurich / Auerk

Aurich. In Ostfriesland verfügen knapp 20 Kommunen über zweisprachige Ortsschilder, auf denen der Ortsname auf Hochdeutsch und darunter etwas kleiner auf Plattdeutsch aufgeführt wird. Darauf macht die Pressestelle der Ostfriesischen Landschaft aufmerksam. Als Pionier gelte die Stadt Aurich mit der bereits 2004 eingeführten plattdeutschen Übersetzung „Auerk“. Weitere Beispiele sind Friedeburg mit „Freborg“, Großheide mit „Grootheid“ oder Wirdum mit „Wir´m“.

Aber wie kommt eine Kommune überhaupt zu einem plattdeutschen Ortsschild? Seit 2004 regelt ein Erlass des Niedersächsischen Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, dass das Plattdüütskbüro der Ostfriesischen Landschaft die plattdeutschen Namen auf ostfriesischen Ortsschildern festlegt. „Dazu reicht ein formloser Antrag der jeweiligen Kommune an uns", erklärt Grietje Kammler, Leiterin des Plattdüütskbüros. Dabei gehe es in erster Linie um die korrekte plattdeutsche Schreibweise. „Wie der eigene Ortsname ausgesprochen wird, wissen die Kommunen selbst am allerbesten", sagt Kammler.

Was einfach klingt, sei es allerdings manchmal gar nicht, sagt Kammler. „Sogar innerhalb einer Ortschaft gibt es mitunter verschiedene Aussprachevarianten des Ortsnamens.“ Zusätzlich müsse die Kommune die unter Umständen von der Aussprache abweichende Schreibweise auch akzeptieren. „Das Thema ist emotional besetzt und so ist immer mal wieder die Einführung eines zweisprachigen Ortsschildes gescheitert.“

Erreicht ein Antrag auf ein plattdeutsches Ortsschild das Plattdüütskbüro, vergewissern sich die Mitarbeiterinnen zunächst vor Ort, welcher Ortsname im gesprochenen Plattdeutsch gebräuchlich ist. „Gute Ansprechpartner sind für uns zum Beispiel alteingesessene Pastoren, Heimatforscher oder Plattdeutschbeauftragte", erläutert Ilse Gerdes vom Plattdüütskbüro. Außerdem würden Ortsnamenbücher hinzugezogen, welche die Entstehung, Entwicklung und Bedeutung der Ortsnamen erklären. Zudem müsse der plattdeutsche Ortsname der offiziellen Schreibweise der Ostfriesischen Landschaft entsprechen. Die Bearbeitung durch das Plattdüütskbüro ist kostenfrei, so dass auf die Kommunen lediglich die Kosten für die Schilder zukommen.

„Einige ostfriesische Orte können übrigens auch mit bestem Willen keine zweisprachigen Ortsschilder einführen", erläutert Kammler mit einem Augenzwinkern. Der Grund dafür ist einfach: Orte wir Moorhusen, Suurhusen, Rechtsupweg oder Möhlenwarf sind schon „heel un dall up Platt" und haben dementsprechend bereits eine plattdeutsche Beschilderung. 

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Ostfriesische Landschaft

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