Zwischen Hemmungslosigkeit und Hingabe

Die Spöldeel Transvaal feierte in der ausverkauften Aula der Cirksenaschule Premiere mit ihrem Stück „Hebbt wie neet, gifft dat neet“

Vertreter Waldemar (Matthias Hoogestraat) überzeugt Rolf (Wolfgang Werner), Brigitte (Eske Martens) und Florian (Oliver van Grieken), den Kiosk mit seinem dubiosen Warenangebot weiterzuführen
Lizensiert gemäß Alle Rechte vorbehalten von Ina Wagner

Vertreter Waldemar (Matthias Hoogestraat) überzeugt Rolf (Wolfgang Werner), Brigitte (Eske Martens) und Florian (Oliver van Grieken), den Kiosk mit seinem dubiosen Warenangebot weiterzuführen

Emden. Die Geschichte ist ebenso irrwitzig wie unwahrscheinlich, doch als Komödie brachte sie den gewünschten Effekt: das Publikum amüsierte sich. Ein bisschen Anzüglichkeit, etwas Fäkalhumor, eine Prise Naivität – das waren die Ingredienzien, die den Dreiakter von Helmut Schmidt in Schwung hielten. Sieben Spielerinnen und Spieler bewiesen Mut und begaben sich in das Minenfeld zwischen Hemmungslosigkeit und Hingabe. Sie habe ihren Spielern mit auf den Weg gegeben, dass nur die perfekte Beherrschung des Textes die Möglichkeit biete, sich freizuspielen und auch heikle Situationen auf der Bühne zu meistern, sagte Spölbaas Carola Clemens in der Pause. Das Stück „Hebbt wie neet, gifft dat neet“ von Helmut Schmidt hatte sie einstudiert, ihre Co-Spielleiterin Mareike Jentzsch assistierte. Beide sind selber erfahrene Spielerinnen, wollten aber dieses Mal nicht auf die Bühne, weil sie im April noch ein Zwei-Personen-Stück mit sich selber in den Hauptrollen inszenieren.

Bei der Premiere des Schmidt-Stückes legte Marika Büscher als Anneliese eine beeindruckende Leistung hin. Durch ein Aphrodisiakum enthemmt, bot sie eine verblüffend perfekte Tanz- und Bühnenshow. Oliver van Grieken gestaltete seine Rolle als Florian mit Zöpfchen-Perücke beeindruckend flüssig und mit viel gestischem und mimischem Witz. Eske Martens, die von der Larrelter Spöldeel „entliehen“ war, gab die prüde Freundin Florians, die mittels eines Zaubertranks lockerer gemacht werden soll, mit hinreißender Naivität. 
 

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Angeschlagen nach allerhand Mißhelligkeiten: Marika Büscher, Wolfgang Werner, Monika Werner, Oliver van Grieken und Eske Martens

Angeschlagen nach allerhand Mißhelligkeiten: Marika Büscher, Wolfgang Werner, Monika Werner, Oliver van Grieken und Eske Martens

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Matthias Hoogestraat spielte als hochdeutsch sprechender Waldemar einen gewieften Spitzbuben, der für alle Eventualitäten gerüstet und für jede Ausrede gut war. Deike Felsmann erfüllte ihre Rolle als Anne mit viel Gelassenheit, obwohl sie ein ähnliches Schicksal erlitt wie Anneliese. Wolfgang Werner hatte die Folgen eines gewissen Cola-Genusses zu tragen und kam schließlich so zerrauft auf die Bühne, dass man erahnen konnte, was sich im Nebenzimmer zugetragen haben musste. Seine Verblüffung war sehenswert. Monika Werner schließlich war als Hüterin des Kassenbuches ein wichtiges Bindeglied zwischen den Parteien.

Es gab zwar einige ganz kurze „Hänger“, aber das Ensemble erwies sich als erstaunlich textsicher. Da könnte wohl nur Stönpaal Monika Eilers genau sagen, wo sie ein wenig nachhelfen musste. Um das Bühnenbild real aussehen zu lassen, hatten sich Firmen aus dem Stadtteil beteiligt und entsprechendes Ausstattungsmaterial beigesteuert.

⏵     Die nächsten Aufführungen gibt es am 26. / 27. Und 28. März jeweils um 20 Uhr. Am 29. März wird schon um 16 Uhr gespielt.

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Das Vorhaben „KultinO“ wird innerhalb des Programms Region gestalten des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen in Zusammenarbeit mit dem Bundesinstitut für Bau-, Stadt und Raumforschung gefördert.