Christoph Rösner: "Lieber Gott, nimm es hin, dass ich was Besondres bin
Ein Robert-Gernhardt-Abend
„Lieber Gott, nimm es hin, dass ich was Besondres bin.“ Und er war etwas ganz Besonderes, der Gernhardt, der Robert. Der Verspielte, der Blödellyriker und Erotomane mit dem unbändigen dichterischen Spieltrieb, der sich selbst in der Nachfolge von Kästner, Tucholsky, Jandl, Heine und anderen – nicht nur humoristischen – Großdichtern der Deutschen Lyrik verstand.
Und diesen hat sich Christoph Rösner mit viel Respekt, mit ganz viel Liebe und noch mehr Humor vorgenommen. Er erweckt den gedichteten Nonsens wie den zwischenmenschlichen Tiefgang mit rezitativer Kraft, vollem Körpereinsatz, sprühendem Witz und einfühlsamer Stimme zum Leben. Gernhardt liebte es zu kokettieren mit seiner Rolle als Dichter. "Der Künstler geht auf dünnem Eis. Erschafft er Kunst? Baut er nur Scheiß?" Ob er nur Letzteres gebaut hat oder mit einzigartiger Dichtkunst in die Ruhmeshalle der deutschen Wortkunst Einzug gehalten hat, möchte Christoph Rösner eindeutig klären.
Rösner fordert seinem Publikum in seinem besinnlichen, unsinnigen und absolut kurzweiligen Programm einiges an Konzentration, Humorbereitschaft und Empathie für den Dichter der großen und der kleinen Dinge ab. Gernhardt ist Gott, Teufel, Engel, Clown, Denker und Eulenspiegel in Personalunion. In ihm personifiziert sich die Leichtigkeit des Dichtens in schweren Zeiten. Ob als Gag-Schreiber für Otto, als TITANIC-Mitbegründer, als durchgeknallter Verseschmeid oder als Universalgenie, für das die Sprache eine nie versiegende Quelle der Reim- und Schreiblust war – Robert Gerhardt hat unauslöschliche Spuren hinterlassen.
Vor seiner Bühnenkarriere war Rösner zwei Jahre freier Fernsehjournalist für die WDR TV-Studios Dortmund und Siegen. Heute arbeitet er als freier Autor, Regisseur, Rezitator, und steht mit vielen eigenen Programmen auf den Kleinkunstbühnen des Landes.
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