Roswitha Quadflieg widmet sich in der Lesung aus ihrem Buch – „Ich will lieber schweigen. Das Tagebuch eines Schauspielers aus den Jahren 1945/46 und die Fragen seiner Tochter“ – dem Tagebuch des berühmten Vaters, des Schauspielers Will Quadflieg, das Erfahrungen von Flucht, Angst, Liebe, Schuld und Selbstreflexion aus den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs dokumentiert. Die Schriftstellerin rekonstruiert darin 104 Tage im Leben ihres Vaters und tritt mit ihm posthum in einen literarischen Dialog.
Im zweiten Teil des Abends gibt Quadflieg Einblicke in ihre Arbeit als Künstlerin. Sie gründete 1973 die Raamin-Presse, wo sie Werke der Weltliteratur druckte, versehen mit eigenen Grafiken. Ihre bibliophilen Ausgaben zählen zu den herausragenden Beispielen deutscher Buchkunst jüngerer Zeit. Nachdem die Presse 2003 geschlossen wurde, übernahm die Johannes a Lasco Bibliothek das Archiv.