Zur Entstehung und Veränderung des Konzepts und mentalen Modells von Lichtquanten
Vortrag der "Naturforschenden Gesellschaft zu Emden von 1814" im Vortragssaal der Kunsthalle Emden
- -
Viele wissenschaftliche Konzepte entstehen in einem relativ kurzzeitigen Prozess der Begriffsbildung und -ausformung. Bei den Lichtquanten (oder Photonen wie sie seit 1926 meist genannt werden) war das anders: von Newtons unpublizierten Überlegungen zu "globuli of light" in einem Manuskript von 1664/65 über Plancks Energiequantisierung und Einsteins revolutionären Aufsatz von 1905 bis zur Quantenelektrodynamik und Quantenfeldtheorie, der Erfindung des Lasers sowie den heutigen vielfältigen Anwendungen der Photonik vergingen 300 Jahre, so dass dieser Prozess wie in Zeitlupe historisch fein aufgelöst werden kann. Der Vortrag wird eine Auswahl aus den insgesamt 12 Bedeutungsschichten vorstellen, die sich in der komplexen Begriffsentwicklung nach und nach einstellten und in einer semantischen Akkretion immer weiter überlagerten. Es wird sich zeigen, dass in diese Begriffs- und Ideenentwicklung auch verschiedene mentale
Modelle eingebunden waren, was Lichtquanten eigentlich sind und wie sie untereinander sowie mit Materie interagieren. Der Vortrag wird uner Ausblendung experimenteller und mathematischer Details auf jene mentalen Modelle fokussieren, deren Vermittlung auch für den Schulunterricht und die Wissenschaftspopularisierung im Zentrum stehen sollte.
Veranstaltungsort
Hinter dem Rahmen 13
26721 Emden
Deutschland