Glitzerglanz zum Vierzigsten

Die Kunsthalle in Emden feiert mit der Ausstellung „Bilder, die wir lieben“, die unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier steht, ihren 40. Geburtstag

Ein Blick ins Atrium der Kunsthalle, in dem eine Lichtinstallation von Mischa Kuball gezeigt wird
Lizensiert gemäß Alle Rechte vorbehalten von Wolfgang Mauersberger

Ein Blick ins Atrium der Kunsthalle, in dem eine Lichtinstallation von Mischa Kuball gezeigt wird

Glitzerglanz zum Vierzigsten

Die Kunsthalle in Emden feiert mit der Ausstellung „Bilder, die wir lieben“, die unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier steht, ihren 40. Geburtstag

Emden. Ein glitzernder Lametta-Vorhang mit einer großen hellblauen „40“ darauf empfängt die Gäste  der Kunsthalle. Und der silberne Glitzerglanz setzt sich in den Schauräumen fort. Weiße Hussen verdecken ein schlichtes Mobiliar, Spiegelfolien verleihen edles Ambiente. Und dann dieses Blau, das Henri Nannen einst in den USA entdeckte und das heute Leitfarbe der Kunsthalle ist. Die beiden wissenschaftlichen Direktorinnen Silke Oldenburg und Ina Grätz haben alle Bilder, die zum Grundbestand der Sammlung Nannen gehören, vor diesem lichten Blau präsentiert. Sie bilden somit ein Strukturelement, das den Besuchern Orientierung verspricht, denn die Schau „Bilder, die wir lieben“ umfasst 200 Arbeiten von gestisch-expressivem Charakter. Zeitlich stellen sie einen Querschnitt aus 130 Jahren europäischer Kunstgeschichte dar.
 

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In der Ausstellung: die wissenschaftlichen Direktorinnen Silke Oldenburg, Ina Grätz und der kaufmännische Direktor Christian Rose mit Eske Nannen

In der Ausstellung: die wissenschaftlichen Direktorinnen Silke Oldenburg, Ina Grätz und der kaufmännische Direktor Christian Rose mit Eske Nannen

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Der Gang durch die Ausstellung vermittelt geradezu heimische Gefühle. Man begegnet sich wieder – und das nicht zum ersten Mal. Da hängen sie an den Wänden: „Quappi im grünen Jumper“ von Max Beckmann, die „Mutter des Nikita“ von Alexej Jawlensky, die „Blauen Fohlen“ von Franz Marc, das „Stehende Mädchen vor Ziegenstall“ von Paula Modersohn-Becker, die „Tänzerin im roten Kleid“ von Emil Nolde, der „Blinde Bettler im Café“ von Josef Scharl. Wie auch die Kunsthallen-Sammlung mit Arbeiten von Hans Trimborn und Asgar Jorn wird von Scharl ein großer Bestand präsentiert, der die Entwicklung des Münchner Malers aufzeigt, der 1938 aus Deutschland emigrierte und nie wieder zurückkehrte. Im Zentrum des Scharl-Raumes steht ein neues Werk in lichtem Blau, ein Porträt seiner Mutter aus dem Jahr 1922. Die Ausstellung präsentiert aber auch Exponate aus der großen Schenkung des Münchner Galeristen Otto van de Loo – Nachkriegskunst mit einem Schwerpunkt auf dem Informel.
 

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Eine überdimensionale Raum-Fotografie in Schwarz-Weiß zeigt, wie es an derselben Stelle in der ersten Kunsthalle ausgesehen hat

Eine überdimensionale Raum-Fotografie in Schwarz-Weiß zeigt, wie es an derselben Stelle in der ersten Kunsthalle ausgesehen hat

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Und mitten in der Kunstausstellung ist die Malschule zu Hause. Sie hat ein großes Mitmach-Atelier aufgeschlagen, in dem Kinder ihre Ideen auf Tischdecken hinterlassen können. Sie können am Bau einer Riesentorte mitarbeiten oder auch Ausschnitte aus Gemälden mit Tape-Band weitermalen. Die Kinder können der Kunsthalle auch einen Brief mit ihren persönlichen Erlebnissen schreiben oder auch Kopfschmuck anfertigen. Mit dem Programm soll unter anderem daran erinnert werden, dass die Malschule als wichtiger Bestandteil des Gesamtensembles schon drei Jahre vor Eröffnung der Kunsthalle gegründet wurde.
 

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Eine Ikone der Kunsthalle „Die Blauen Fohlen“ von Franz Marc

Eine Ikone der Kunsthalle „Die Blauen Fohlen“ von Franz Marc

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Ausklang der Ausstellung ist eine Lichtinstallation, die im Atrium der Kunsthalle installiert wurde. „Eight planets, one star, one world“ ist eine Arbeit des Konzeptkünstlers Mischa Kuball, der damit „das Unfassbare des Universums“ erfahrbar machen und die Entwicklung des Menschen zum Erforscher des Alls thematisieren möchte., wie es in einer Pressemitteilung der Kunsthalle heißt.
 

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Neu im Haus: das Porträt der Mutter von Josef Scharl aus dem Jahr 1922

Neu im Haus: das Porträt der Mutter von Josef Scharl aus dem Jahr 1922

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Zur zentralen Geburtstagsausstellung ist eine weitere getreten, die bereits im März eröffnet wurde. „Am Hafen“ stellt Arbeiten des gebürtigen Emder Künstlers Bodo Olthoff Werken der Kunsthallen-Sammlung gegenüber (KultinO berichtete).

⏵   Die Ausstellung „Bilder, die wir lieben“ ist bis zum 2. Mai 2027 zu sehen, die Installation von Mischa Kuball und die Präsentation „Am Hafen“ jeweils bis zum 2. August. Geplant ist zudem ein umfangreiches Rahmenprogramm

Veröffentlichungsdatum
Publiziert von

Wolfgang Mauersberger

(Presse-)Fotografie für Landschaft, Kultur und Events

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Museum

Kunsthalle Emden

Kunst der Moderne und der Gegenwart

Adresse
Hinter dem Rahmen 13, Emden
Hauptbild der Veranstaltung Ausstellung "Bilder, die wir lieben. 40 Jahre Kunsthalle Emden"

Ausstellung "Bilder, die wir lieben. 40 Jahre Kunsthalle Emden"

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