Lyrik aus Ostfriesland für alle

Lyrik-Podcast des Heimatvereins und der Stadtbücherei Wittmund

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Die Geschichte der ostfriesischen Literatur wäre, wenn sie denn eines Tages einmal aufgeschrieben würde, trotz ihrer vergleichsweisen kurzen Existenz reich an Texten und Autoren und Autorinnen. Die Liste der Namen, die einem sofort einfallen, könnte man bei Marie Ulfers und Wilhelmine Siefkes beginnen lassen und mit Johann und Greta Schoon bis in unsere Tage hinein verlängern, wenn man Namen wie Johannes Diekhoff, Carl-Heinz Dirks, Hans-Hermann Briese, Manfred Briese und Gerd Constapel nennt. Auf den Schultern dieser Autorinnen und Autoren stehen all jene, die sich in Ostfriesland um den Erhalt der Traditionslinien und die Förderung junger Schriftsteller und Schriftstellerinnen bemühen. So auch das junge LiteraturFest Wittmund, das diese Aufgaben sieht und ihnen gerne nachkommen will. Der 2025 erst ins Leben gerufene Literaturpreis Wittmund, eine vom dortigen Heimatverein fortgeführte Einrichtung, will seinen Teil zur Förderung und Bewahrung beitragen. Die neueste Initiative des Teams im Heimatverein und bei der Stadtbücherei Wittmund um Initiator Walter Ruß ist der Lyrik-Podcast beim Streamingdienst Spotify.

„Der Podcast erfüllt mehrere Funktionen,“ erläutert Walter Ruß das Konzept hinter der Idee. „Zum einen ist es die sinnvolle Ergänzung des literarischen Angebotes rund um das LiteraturFest und zum anderen der Versuch, noch mehr als bisher die Chancen der Digitalisierung von literarischen Angeboten aus der Region zu nutzen.“ Ganz klar sei, so Ruß, dass ein Podcast der Versuch sei, die Reichweite des eigenen Kirchturms zu überwinden und ganz Ostfriesland als Verbreitungsgebiet ins Auge zu fassen: „Und wenn ein paar Butenostfriesen uns im weltweiten Netz entdecken und vielleicht sogar etwas aus eigenem Schaffen hinzufügen wollen, nehmen wir diesen Gewinn gerne mit.“  In der Tat ist der Lyrik-Podcast, nach dem Vorbild des LiteraturFestes, für jene Autorinnen und Autoren gedacht, die entweder aus Ostfriesland stammen und sich als Ostfriesen verstehen oder die hier leben und arbeiten. Dies sei der literarische Nährboden, auf dem viel Innovatives und Neues wachse, so Ruß. Warum Lyrik, warum nicht auch andere Gattungen? Dafür spräche die Wesensart von Gedichten im Bezug auf Umfang der Texte und Komplexität der Sprache, meint Ruß, der studierte Germanist: „Nichts spricht aber dagegen, vielleicht im nächsten Jahr ein anderes Format zu entwickeln, das geeignet ist, auch erzählerische oder dramatische Texte zu berücksichtigen.“ 

Die Liste der beteiligten Lyriker und Lyrikerinnen liest sich wie ein Beleg für die These, dass Diversität sich manchmal ganz von selbst ergibt, wenn man ausschließlich auf die Qualität von Texten setzt. Die Liste umfasst Namen von der gesamten Halbinsel, umfasst jüngere und ältere Namen, stellt zur Hälfte weibliche Autorinnen aus, bekannte und unbekannte, Naturlyrik und Slam Poetry, engagierte politische Gedichte und gefühlvolle Ich-Reflexionen: Annika Blanke (Leer/Oldenburg), Helma Ruß-Bittner (Jever), Esther Fengkohl (Norden), Gitta Franken (Norden), Femke Rickerts (Stedesdorf), Helga Siepmann (Esens) und Ines Wertenbroch (Jever) stehen Gerd Constapel (Leer-Loga), Iko Andrae (Jever/Oldenburg), Udo Franken (Norden), Christopher Haupt (Sillenstede) und dem diesjährigen Literaturpreisträger, Andreas Wojak (Spetzerfehn/Oldenburg), gegenüber. Alle haben eigene Texte eingelesen oder entsprechende Dateien zur Verfügung gestellt. Seit dem 6. Mai erscheint jeweils mittwochs und sonntags ein neues Gedicht, geplant sind im Moment bis zum LiteraturFest am zweiten Oktober-Wochenende (8. – 11.10.) etwa 50 Folgen. 

Gerne würden die Beteiligten das Projekt über den Termin hinaus fortführen: „Wir freuen uns alle über weitere Autoren, die Lust und Spaß daran haben, an diesem neuen Forum für die ostfriesische Lyrik teilzuhaben. Wer meint, dies könnte auch für seine Art der Dichtung ein geeignetes Medium sein, ist herzlich eingeladen, Kontakt mit uns aufzunehmen,“ spricht Walter Ruß die Einladung aus. Der Anfang ist gemacht und die 12 Protagonisten und Protagonistinnen freuen sich über die wachsende Aufmerksamkeit, die dem Podcast langsam zuwächst. Sicher wird das LiteraturFest im Oktober, an dem Annika Blanke, Iko Andrae und Andreas Wojak teilnehmen werden, dem kleinen lyrischen Bruder noch mehr Schwung verleihen.  
 

Link zum Lyrik-Podcast bei Spotify: https://open.spotify.com/show/1mqTHCxi5W1qn1hem8IGB6?si=33e1188478aa4ddb

Veröffentlichungsdatum
Publiziert von

LiteraturFest Wittmund

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In diesem Beitrag erwähnt

Walter Ruß

If you built it, it will come.

Heimatverein Wittmund e.V.

Der Heimatverein ist seit über 75 Jahren aktiv für eine Heimat mit Zukunft

Das Vorhaben „KultinO“ wird innerhalb des Programms Region gestalten des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen in Zusammenarbeit mit dem Bundesinstitut für Bau-, Stadt und Raumforschung gefördert.