Präsident regt an: Emder Museum soll in den Museumsverbund

Die Ostfriesische Landschaft hatte zur halbjährig stattfindenden Landschaftsversammlung in den Ständesaal in Aurich geladen

Die Landschaftsversammlung tagt im Ständesaal der Ostfriesischen Landschaft am Georgswall
Lizensiert gemäß Alle Rechte vorbehalten von Sebastian Schatz

Die Landschaftsversammlung tagt im Ständesaal der Ostfriesischen Landschaft am Georgswall

Aurich. Während der jüngsten Landschaftsversammlung hat Landschaftspräsident Rico Mecklenburg angeregt, dass das Ostfriesische Landesmuseum doch Mitglied im ostfriesischen Museumsverbund werden möge. Im Verbund sind 16 Museen in der Region zusammengeschlossen: vom Historischen Museum Aurich bis zum Fehn- und Schifffahrtsmuseum Westrhauderfehn. Sie verfolgen derzeit das Projekt „Die Sammlungen des Museumsverbundes Ostfriesland – ins Licht gerückt“, dessen Ergebnisse in wenigen Wochen digital präsentiert werden sollen.

Weiteres aus der Versammlung:

⏵ Am 5. September soll die erste der beiden Ausstellungen über den legendären Friesenkönig „Radbod“ und seine Zeit im Fries Museum in Leeuwarden eröffnet werden. Im Anschluss wandert die Schau ins Ostfriesische Landesmuseum nach Emden. Die Ostfriesische Landschaft steuert einige besondere Objekte aus ihrer archäologischen Sammlung bei. 
 

Bild
Schenkung an die Landschaftsbibliothek und eine Rarität: das Lotsenbuches mit Seekarten der berühmten Kartographen-Dynastie van Keulen aus Amsterdam

Schenkung an die Landschaftsbibliothek und eine Rarität: das Lotsenbuches mit Seekarten der berühmten Kartographen-Dynastie van Keulen aus Amsterdam

Lizensiert gemäß Alle Rechte vorbehalten von Ostfriesische Landschaft

⏵ Hermann Koenen, Vorsitzender des Bildungsausschusses konnte berichten, dass das Pilotprojekt „Ostfriesischer Bücherkoffer“ zur Förderung von Lesekompetenz und früher Mehrsprachigkeit im Anfangsunterricht in etwas veränderter Form als „Bücherkofferprogramm“ fortgesetzt wird. „Nun können in elf statt wie bisher acht Schulen die Schülerinnen und Schüler mehrsprachige Bilderbücher in den Koffern für einige Zeit mit nach Hause nehmen.“

⏵ Niedersächsischer Heimatbund und die Arbeitsgemeinschaften der Landschaften und Landschaftsverbände haben einen Entschließungsantrag entwickelt, der der Landesregierung als Grundlage zur Förderung der niederdeutschen Sprache zum Ausbau des Unterrichtsfachs „Niederdeutsch“ in allen Schulformen dienen soll. Dieser liege den Ministerien vor, erläuterte die Vorsitzende des Kulturausschusses, Frauke Maschmeyer-Pühl.

⏵ Ein Dokumentarfilm über die Gezeitenkonzerte und die Personen hinter, auf und vor der Bühne wird am 10. Juni im Rahmen des Internationalen Filmfestes Emden-Norderney im Festspielhaus am Wall uraufgeführt. Die Aufnahmen dazu entstanden im letzten Jahr bei acht Gezeitenkonzerten.

⏵ Das Kulturportal KultinO soll langfristig verstetigt werden. Derzeit verzeichnet das Portal 757 Kulturorte, 646 Kulturtätige und 2642 Veranstaltungen. Es wird fortlaufend an die entsprechenden Bedarfe angepasst. 

⏵ Die Landschaftsbibliothek konnte ihren Bestand erweitern. Hinzu kamen eine Sammlung zur Sozialdemokratie in Ostfriesland, Teile der Bibliothek des Historikers Ufke Cremer und des Nachlasses des Niederländers Wim Koops. Die Vorsitzende des Wissenschaftsausschusses Angela Harm-Rehrmann: „Ein besonderes Highlight war die Schenkung einer weltweit bisher nicht nachgewiesenen Ausgabe eines Lotsenbuches mit Seekarten der berühmten Kartographen-Dynastie van Keulen aus Amsterdam.“

⏵ Die Archäologen konnten in Thunum den ältesten ostfriesischen Grabstein von 1394 sichern. Weiterhin beschäftigte sie der Umbau des Gulfhofes Rieken in Ihlow, dessen Ständerwerk durch entsprechende Untersuchungen auf 1567 datiert werden konnte. Die Abteilung begleitete 1400 Bauleitverfahren und 121 Ausgrabungen – darunter eine Flächenausgrabung in Marx.

⏵ Erträge und Ausgaben der Ostfriesischen Landschaft haben sich im Jahr 2025 mit je 6,35 Millionen Euro nahezu gedeckt. Es entstand lediglich ein Minus von 92,21 Euro, wie Landschafsdirektor Dr. Matthias Stenger in seinem Bericht erläuterte. Das Eigenkapital liege unverändert bei 7,6 Millionen Euro.

 

Veröffentlichungsdatum
Publiziert von

In diesem Beitrag erwähnt

Das Vorhaben „KultinO“ wird innerhalb des Programms Region gestalten des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen in Zusammenarbeit mit dem Bundesinstitut für Bau-, Stadt und Raumforschung gefördert.