500 Jahre Oldersumer Religionsgespräch

Montags bis sonntags 14 bis 17 Uhr

Im Jahre 1526 kamen in der Oldersumer Kirche auf Einladung des Junkers Ulrich von Dornum (1465/6–1536) Vertreter der altgläubigen und der reformatorischen Lehre Ostfrieslands zusammen, um über damals strittige Glaubensinhalte zu sprechen. Die evangelischen Prediger, die aus den Kirchengemeinden rechts der Ems stammten, wie z. B. Johannes Stevens aus Norden, Georgius Aportanus aus Emden, Hinrich Arnoldi und Albert van Steenwick aus Oldersum sowie Lübbert Cantius aus Leer, disputierten mit den altgläubigen Priestern aus dem Rheiderland und dem Groninger Dominikanerprior Dr. Laurens Laurensen aus Groningen sowie dessen Mitstreiter. 
Die Konsolidierung der eigenen Sicht stand dabei mehr im Vordergrund als ein gemeinsamer Erkenntnisgewinn, denn jede Seite proklamierte am Ende für sich den Sieg und veröffentlichte eine Darstellung des Gesprächsverlaufs aus der jeweils eigenen Perspektive. Noch im gleichen Jahr ließ Ulrich von Dornum in Wittenberg sein Protokoll drucken, das Dr. Laurens Laurensen, Wortführer von katholischer Seite, mit einer in Kampen erschienenen Gegendarstellung beantwortete. Während der niederländische Druck bald der Vergessenheit anheimfiel, gilt das Protokoll von protestantischer Seite als das erste gedruckte Zeugnis der ostfriesischen Reformation überhaupt. 
Die Ausstellung möchte an die Ereignisse von damals erinnern, sie in ihrem zeitgeschichtlichen Kontext verordnen und verständlich machen. Dabei sollen nicht zuletzt deren unmittelbare Folgen in den Blick genommen werden. 

Ausstellungseröffnung | Programm: 
Einleitung: Prof. Dr. Kęstutis Daugirdas, Wiss. Vorstand der JALB 
Grußwort: Gitta Connemann, MdB 
Einführung in die Ausstellung: Dr. Klaas-Dieter Voß, Kurator der Ausstellung 
Musik: Vokal- und Instrumentalwerke von Claudio Monteverdi, Albert de Rippe, Ludwig Senfl, John Dowland, Johann Hieronymus Kapsperger 
Ausführende: Vilma Pigagaitė, Sopran | Katharina Padrok, Alt | Jens Lauterbach, Tenor | Daniel Kemminer, Bass | Gerlind Puchinger, Theorbe, Renaissancelaute

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Das Vorhaben „KultinO“ wird innerhalb des Programms Region gestalten des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen in Zusammenarbeit mit dem Bundesinstitut für Bau-, Stadt und Raumforschung gefördert.