Ostfriesland-Saga 4: Fenster zum Moor
Filmreihe über eine untergegangene Welt: Edmund Ballhaus öffnet sein Archiv
Der Film öffnet ein Fenster in das entbehrungsreiche Leben der Moorkolonisten, die fernab der Wasserstraßen in den abgelegenen Mooren Ostfrieslands siedelten: Herbst und Winter schnitten sie durch schlechte Wege oft von der Außenwelt ab, vor ihren Hütten türmte sich das Moor wie eine eigene Landschaft auf.
In eindrücklichen Zeitzeugenberichten erzählen die letzten Bewohner, wie sie – wie schon ihre Vorfahren – direkt am Moor eine neue Existenz aufbauten. Aus diesen persönlichen Erinnerungen und Alltagsszenen entsteht nach und nach das Bild einer harten, selbstgenügsamen Lebenswelt, deren Nähe zur Natur und Überlebenskunst in scharfem Kontrast zum heutigen Leben steht.
Der Film macht diese vergangene Wirklichkeit sinnlich erfahrbar und lässt uns begreifen, was es wirklich bedeutet, Moorkolonist zu sein.
(2004/2005, 64 Minuten, anschließend Diskussion)
Filmreihe über eine untergegangene Welt: Edmund Ballhaus öffnet sein Archiv
„Eine Doku‑Serie über Ostfriesland, und alles auf Platt…?“ – so reagierte eine hochrangige Redakteurin des Funkhauses Hannover, erinnert sich Dr. Edmund Ballhaus an die schwierigen Anfänge seiner Reihe, die später als „Ostfriesland‑Saga“ Kultstatus erlangen und mit dem Indigenat der Ostfriesischen Landschaft ausgezeichnet werden sollte.
Fördermittel für Fernsehfilme in Plattdeutsch mit hochdeutschen Untertiteln und ganz ohne gesprochenen Kommentar zu bekommen, war anfangs kaum möglich. Ballhaus beharrte dennoch auf seinem Konzept, die Menschen vor der Kamera in ihrer eigenen Sprache sprechen zu lassen. Keiner seiner elf Dokumentarfilme zur Kulturgeschichte Ostfrieslands enthält einen gesprochenen Kommentar.
Die Filme liefen zwischen 2001 und 2007 im NDR und fanden an der Küste große Resonanz. Der erste Beitrag, „Zum Nachbarn übers Große Meer. Geschichten vom Eis“ (2001/2002), wurde am Nachmittag des Heiligabends ausgestrahlt und wegen des großen Erfolgs wenige Tage später in die Prime‑Time verlegt.
Warum diese Reihe so viel Anklang fand und welche Besonderheiten ihre Arbeitsweise ausmachen, erläutert Ballhaus selbst in der Filmreihe „Die Ostfriesland‑Saga. Dokumentation einer untergegangenen Welt“ – geplant sind fünf Abende, an denen er in umgekehrter Reihenfolge seine Filme präsentieren wird.